UNEARTHLY TRANCE - Stalking The Ghost

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: UNEARTHLY TRANCE
Genre: Sludge Metal
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Album Nummer Sechs der Serienveröffentlicher von UNEARTHLY TRANCE. Streng genommen hat es beinahe sieben Jahre gedauert, bis mit "Stalking The Ghost" wieder ein Vollrund das dreckige Licht der westlichen Welt erblickt hat, aber insgesamt kommt das Triptychon aus Brooklyn und Queens, NYC inklusive aller Demos, Splits und Alben auf knackige 23 Veröffentlichungen. Zwischendurch war mal Schluß, bis man sich dann doch dazu entschloss, UNEARTHLY TRANCE im Jahre 2015 wiederauferstehen zu lassen. Gut so.

Und was erwartet uns auf "Stalking The Ghost"? Natürlich doomiger, fies dreckiger Sludge. Der Opener "Into The Spiral" kommt recht groovig daher, ist aber nicht wirklich repräsentativ für das Album, denn gleich darauf geht es in die Abgründe der Seele. Wüsste man nicht woher die Knaben sind, möchte man meinen, dass es sich hier um die Gegend handelt, in der televisionäre Abgründe wie "True Detective" oder Filme wie "Angel Heart" erschaffen worden sind. 

Das ist schwärzester, dreckigster, sperrigster Sludge überhaupt. Analog im Sound, verzerrt in der Stimme und insgesamt so leicht verdaulich wie ein Stich mit einem rostigen Nagel direkt ins Auge. Klassisches Songwriting ist anders, aber das ist wohl nicht das Ziel des Unterfangens.

Hier werden Stimmungen transportiert, und diese Stimmungen driften immer wieder ab, sind schwer zu fassen und wenn man glaubt, dass der Staub umarmt werden kann, bleibt der ganze Karren stehen und nimmt eine andere Richtung. UNEARTHLY TRANCE kommen mir vor wie eine Sludge-Variante von CELTIC FROST. Hier wird bewusst mit dem Dunklen gespielt und wie FROST in ihrer höchsten Zeit (also alles außer "Cold Lake") ist auch "Stalking The Ghost" beinahe nicht das, was man gemeinhin klassisch als Musik bezeichnen würde. Zu den Schweizern möchte ich hier noch EYEHATEGOD, CROWBAR und DOWN zur Melange hinzufügen, die dann aber die eh schon bekannten UNEARTHLY TRANCE ergeben. Änderungen zum Vorgänger sind nicht allzu massiv, aber das was sie machen, machen sie, ähm, gut. 

Ich kann jetzt das Album nicht uneingeschränkt hochjubeln, weil es einfach äußerst selten zwingend wird. Immer wieder greift einen ein Riff, eine Gesangslinie an den Eiern, nur um alsbaldigst in eine Richtung zu schwenken, die so gar nichts mit dem vorher zu tun hat. Das heißt nicht, dass dass Werk schlecht oder gar nur beliebig wäre, es ist aber sehr schwierig, dem Album am Stück zu folgen, ohne währenddessen immer wieder mal abzudriften. Arg wird es dann bei einem überlangen "Song" wie "The Great Cauldron". Solche Mutterschiffe sind wirklich Findlinge glazialer Natur, mit denen man wohl erst umgehen lernen muss. 

Gibt es eigentlich so etwas wie Prog-Sludge? Wenn nicht, hier wäre ein Anwärter auf diesen Titel. Ein ganz herbes Geschoss aus den United Rogue States of Murica. Schwierig, schwierig. Ihr seht mich hier verwirrt, überfordert oder planlos. Aber "Stalking The Ghost" muss hart erarbeitet werden...

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (04.04.2017)

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