OFERMOD - Sol Nox

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VÖ: 29.05.2017
Bandinfo: OFERMOD
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

Hier sind sie wieder: Die Band, die den Black Metal zurück in den Dreck, zurück in das abgrundtiefe Böse, weg vom Keyboardgekleistere und sogenannten epischen Ausflügen gezogen hat. OFERMOD haben 1998 mit der EP "Mystérion Tés Anomias" dem Panda die Chillischote in den hämorrhoidalen Anus geschoben und damit eine Welle an Black Metal-Veröffentlichungen losgetreten, die bis heute nicht verebbt ist. Von WATAIN über die wahnsinnigen Franzosen bis hin zu den frankokanadischen Lokalpatrioten, alles hat dort seine Wurzeln.

OFERMOD sind das "real thing" (Vielen Dank an den ehemaligen Kollegen Alex M., der mir hier ein wenig ausgeholfen hat!). Nix für CRADLE OF FILTH-Gothmädels, hier regiert der Dreck, das Blut, hier regieren Mächte des Finsteren. Nicht bloß der Teufel persönlich, auch all die Chaosgnostiker finden sich hier wieder, Hindugötter regieren mit Medidation, Trance und Astralreisen, und die heiligste Essenz, die noch vor dem Kosmos existiert hat.

Alles klar? Dann versucht, nachstehendem zu folgen:

 

The Alpha of the Antichrist

in the periphery
a baneful redeemer is rising
brought forth by the one
who torches the sinister spark
in the midst of the painful movers
a seed lies hidden and dormant
soon to bloom, soon to flood our world!

all innocence is burnt upon the altar
as we plunder the reservoir of sins
the raven shall feast upon the dove
when form and shadow unite in dissonance

through the great Beast of Thagirion
the shadow is made perfect
and as we drink the fatal nectar!
life and death unite in perfect discord
for we have ignited the flame... and the offerings burn!

and we call Thee! Venite Sorath! and we call Thee! Venite Sorath!
and we call Thee! Venite Sorath! and we call Thee! Venite Sorath!

the air grows thick with sinister fumes
the invoked force devours the crowd
He that brings dissolution and coagulation
Fire, be His name! Transmutation, be His name!

Zazas Zazas Nasatanada Zazas!
Venite Sorath!

the soot that covers आज्ञा seals the pact
the soul is branded and slaughtered in a ritual sacrifice
the city of jewels is finally devoured by flames
and naught but ruins, blood and hell remains!
the Veritable Red Dragon
the Stooping Black Dragon
unite in a perfect discord
as life and death interweave

in the ashes that remain
in the ruins of the heart
the End of absolution
the Alpha of the Antichrist!

 

Zazas is part of the famous sacred mantra Zazas Zazas Nasatanada Zazas of Choronzon (sometimes Noznoroch, the Demon of Dispersion, whose number is 333) in the Jewis Kabbalah. Chrononzon is a demoni entity, described by Edward Kelly as that mighty devil. It is associated with the tenth Aethyr in the system of Enochian Magic devised by John Dee, and is the Dweller in the Abyss in the magickal system(s) developed by Alister Crawley, the great Beast 666...the tree of life...

The mantra is vibrated to open the Hidden Sephirah Daath, whos guardian is Chronzon... 

OFERMOD sind Mika Belfagor Hakolas Kind. Er selbst, kein Kind von Traurigkeit, gründete die Band 1996 und nahm zusammen mit Sänger Nebiros die ganz obene genannte, revolutionäre 7" auf. Orthodoxe Black Metal war es, der einer völlig neuen Szene Nahrung gab. Die Nähe zum NSBM wurde wohl mittlerweile glaubhaft von Mika Belfagor Hakola widerlegt. Die Radikalität der Person aber nicht. Mehrere Haftstrafen waren die Konsequenz daraus und deshalb dauerte es bis 2008, bis OFERMOD ihr Full-length Debüt "Tiamtü" in die dunklen Horden schleuderte. Das Mastermind hat damit zum ersten Mal, wie er selbst sagt, die wahre Präsenz des Sithra Ahra und den dämonischen Anti-Welten erreicht. Eine Gemengelage von antikosmischen, kabbalischen und satanischen Versatzstücken machte die geistige Landschaft der Band, die Lithurgie dieses Projektes, zu einer veritablen Herausforderung für jeden, der Willens ist, sich in diese jenseitigen Gründe zu begeben.

Wieder einige Jahre später erschien "Thaumiel", ein mutiger Schritt nach vorne von den Schweden hin zu noch mehr ritualistischen Gesängen und dem akustischen Aufbau einer, ich kann es nicht anders bezeichen, einer Messe die das absolut Böse zu evozieren versucht.

Und somit sind wir im Jetzt, 2017, der Chef hat sich laut eigenen Aussagen mittlerweile von seiner kriminellen Vergangenheit verabschiedet (ich gebe hier nur wieder), und wir erfreuen uns eines neuen Oeuvres der wohl radikalsten aller kontemporären Black Metal Bands. Dass das alles ein wenig an die zweite Welle des Black Metal Anfang der Neunziger im trostlosen Skandinavien erinnert, ist nicht verwunderlich. OFERMOD sind die konsequente Weiterentwicklung des damaligen Wahnsinns. Regain Records haben mir leider bis auf obenstehenden Text keine Lyrics zukommen lassen, aber thematisch wird weiter ganz tief in den dunklen Künsten gewühlt. Ob und wie weit man da Gefahr läuft, nicht mehr heraus zu kommen weiß ich nicht und das muss wohl jeder für sich selber entscheiden. Und nichts läge mir ferner, als jedem zuzugestehen, das zu tun, wohin ihn sein Geist zieht.

Musikalisch hängen wir noch in der "Thaumiel"-Zeit, noch etwas deftiger kommt mir das "Sol Nox"-Gebräu vor. Klassisches Songwriting sucht man vergebens, aber OFERMOD schaffen es dennoch, ein stringentes Album mit einem überbrutalen Sound auf die Schlachtbank zu werfen. Das liegt auch an der recht knapp gehaltenen Spielzeit von knapp 36 Minuten die nicht viel Platz für Überflüssiges lässt sondern eher noch ein wenig mehr draufsetzt. Ein Mehr an Brutalität auf jeden Fall. Die Gitarren flirren und riffen, das Schlagzeug ist mit einem absolut passenden Sound ausgestattet, herrlich mit dem richtigen Ausmaß an Reverb und JK beschwört wieder Tod und Teufel mit seiner beschwörenden Stimme. Das Album kommt wie aus einem Guss daher, keine Sekunde zu lang, kein Ton zuviel.

OFERMODs "Sol Nox" ist der nächste herbe Brocken Black Metal, deftig schwarz, deftig dreckig und immer wahnsinnig. Wie weit man die dunklen Künste noch beschwören kann, weiß ich nicht, aber OFERMOD arbeiten mit jedem Album daran, noch ein paar Schritte weiter zu gehen. "Sol Nox" ist der derzeitige Höhepunkt dieses Weges. Allein das Cover!!!

This is the real shit! Dark Arts and Dark Sounds to the hilt!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (25.05.2017)

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