SUBROSA - For This We Fought The Battle Of Ages

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: SUBROSA
Genre: Doom Metal
Label: Profound Lore Records
Lineup  |  Trackliste

Wenn man es noch nicht weiß und das erste Mal reinhört bei SUBROSA, würde man ihnen unterstellen, aus irgendeiner düsteren Ecke dieses Planeten zu stammen, frisch gefangen in Island oder den nordischen Waldgebieten Skandinaviens. Der sphärisch-verworrene Klang lässt kaum eine Möglichkeit, noch zu entkommen: das ist Musik, in die man hineinkippt wie in ein verdammtes schwarzes Loch. Tatsächlich kommen sie aus Salt Lake City in Utah, eine irgendwie entmystifizierende Information.
Ein markantes Merkmal ist zweifelsohne der Gesang von Rebecca (unterstützt von Sarah und Kim), der SUBROSA im Doom Metal eine einzigartige Stellung verpasst. Kaum eine Band schafft es, so erbarmungslos wie SUBROSA eine persistierende Gänsehaut zu erzeugen, von der ersten Minute an bis zum Ende der Platte. Man hängt dann noch den Tönen nach, die im Raum verhallen, weggetreten, gefangen in der Welt, in die man kurzfristig eingeladen war. Nach „More Constant Than The Gods“ (2013) war ich der festen Überzeugung, dass es nichts geben wird, das diese vertonte Emotionalität übertrifft.

„Despair Is A Siren“ beginnt und man fühlt sich wie Odysseus, gefesselt an den Mast des Schiffes, betört vom Gesang der Sirenen – sich dessen schmerzlich bewusst, dass man diesen Zauber hören, aber nicht fassen und vor allem nicht für immer bewahren kann.

„Like Paper Dolls We’re Linked Here, Homesick For Chains – In Their Gilded Whalebones We Gasp And Wilt Away“
(aus „Despair Is A Siren“)

SUBROSA schaffen es, ein dystopisches Werk, von dem sie sich inspirieren ließen, in Musik zu verpacken, mit Texten, die sich unbarmherzig ins Herz bohren und ein bittersüßes Gefühl zurücklassen, dem man keinen Namen geben kann. „We“ von Yevgeny Zamyatin hinterlässt den Leser verschreckt, die mal gehauchten, mal geknurrten Worte, die SUBROSA ihren Hörern um die Ohren hauen, wirken ähnlich, wenn auch weniger erschreckend.

In „Wound Of The Warden“ präsentieren SUBROSA ihre Stoner Rock-Seite, wobei sie auch hier – abgesehen vom musikalischen Grundkonstrukt her – aus dem Stil ihr ganz eigenes Ding basteln. In Verbindung mit dem Gesang ein gespenstisches Stück, das sich durch die Hintertür in den Kopf schleicht und dort dann Radau macht.

„Black Majesty“ ist eine Hymne an die Nacht und die Vergänglichkeit von allem was lebt, ein obskures und wunderbares Lied zwischen flehenden Violinen, wummerndem Dröhnen als Fundament und eindrücklichem Gesang.

Wer trotz „Il Cappio“ und „Killing Rapture“ noch nicht den Favoriten auf diesem Album gefunden hat, findet ihn vielleicht (wie ich) in „Troubled Cells“ – dem letzten Stück auf dem Album und der absoluten Krönung. Der Nachhall der Worte „Paradise Is A Lie..“ (aus „Troubled Cells“) wird noch lange im Kopf bleiben, untermauert von SUBROSA, wie sie reiner, grandioser und schmerzhafter selten waren.


Muss man hören, wenn man SUBROSA kennt, wenn man sie nicht kennt, lernt man sie mit „For This We Fought The Battle Of Ages“ ziemlich sicher lieben. Ein Meisterwerk, ohne Zweifel.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lee (06.04.2017)

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