TOMBS - The Grand Annihilation

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VÖ: 16.06.2017
Bandinfo: TOMBS
Genre: Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Knackig blackmetallisch geht sie los, die neue Veröffentlichung der Brooklyner Rabauken von TOMBS. "The Grand Annihilation" nennt sich das Gerät, und hakt dort ein, wo "Savage Gold" vor drei Jahren aufgehört hat. Der Beginn des Albums gibt sich reichlich fies schwarz, die Groovebremse kommt aber in Sichtweite. Wie immer wandeln TOMBS zwischen allen Genregrenzen hin und her, neben dem wüsten Beschimpfen von Tannenschonungen im Brooklyner Winter gibt es groovige Panzer und beinahe doomige Post-Metal Ausflüge. Wie zum Beispiel hier bei "Cold":

Erneut schart Mike Hill einige neue Musiker zum sich, Charlie Schmid sitzt seit 2014 an den Drums, im gleichen Jahr griff sich Evan Void die Raundl von Garett Bussanick und Fade Krainer hat von Bassist Ben Brand die Synthies übernommen. Gut, diese sind jetzt vielleicht nicht so staatstragend wie bei einer Einhornregatta auf der Apenninenhalbinsel, aber für die Komplettisten sei es doch erwähnt.

Die eingangs schon erwähnte Stilvielfalt kann jetzt gefallen, oder auch nicht. Ich neige eher zu Ersterem, auch wenn man, verzeiht mir die Schwäche, bisweilen nicht weiß, wo genau man auf der Scheibe ist. Nebenherhören ist nichts, dass dem Album gut gut. Es verlangt schon einiges an Aufmerksamkeit, ohne allerdings auch nur irgendwie in eine auch nur an "Prog" angelehnte Richtung abzudriften. Spannend auf jeden Fall immer die Grätsche zwischen recht groovig-treibendem Metal und schwarz flirrenden Gitarren. Kann man so machen. Auch kehren die Post-Metal-Flächen zurück, die dem ganzen Gemälde noch eine zusätzliche Schicht Glanz schenken.

Was sofort gefällt ist der erdige, direkte Sound. Das klingt nach ehrlicher Handarbeit und nicht nach Ampvirtualisierung. Und selbst wenn es Zweiteres wäre, hätten sie der mächtige Erik Rutan als Produzent und Aufnahmeleiter verdammt gut hinbekommen. Heavy wie Metal sein muss ist "The Grand Annihilation". Das ist zwar nicht so brachial wie auf dem Vorgänger, aber zusammen mit der bisweilen garstig keifenden Stimme kommt schon eine recht dunkle Atmosphäre hoch.

TOMBS "The Grand Annihilation" ist zwar keine brilliantly dark PostPunk/Black Metal Mixture mehr, aber ein heftiges Statement, was man aus den Zutaten, die TOMBS verwenden, alles so zaubern kann. Nicht so ganz der Kracher wie der Vorgänger, aber immer noch recht schmackhaft.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (12.06.2017)

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