SOUNDS LIKE THE END OF THE WORLD - Stories

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VÖ: 06.03.2017
Bandinfo: SOUNDS LIKE THE END OF THE WORLD
Genre: Post-Rock
Label: Progressive Promotion Records
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

Das Genre des Postrock blüht nach wie vor, und das in allen Ecken der Welt. So veröffentlichten jetzt auch die polnischen SOUNDS LIKE THE END OF THE WORLD mit „Stories“ ihr nunmehr drittes Album und bleiben dabei auf einem gewohnt hohen Niveau, auch wenn sie es damit trotzdem nicht in meine Top 4 der Szene schaffen. Zugegeben, was das angeht, kommt für mich auch so schnell niemand an WE LOST THE SEA, 65DAYSOFSTATIC, THE SAMSARA BLUES EXPERIMENT und MY SLEEPING KARMA vorbei. Dennoch ist „Stories“ eine wundervoll minimalistische musikalische Reise durch die Welt des Postrock geworden, die allemal mehr als hörenswert ist.

Stories“ kommt mit 8 Songs und einer Lauflänge von knapp 40 Minuten daher, was für Postrock-Verhältnisse relativ kurz ist, bedenkt man zudem, dass die Tracks dementsprechend im Schnitt ‚nur‘ jeweils 4-5 Minuten Zeit haben, um sich zu entfalten. Doch genau damit schaffen es SOUNDS LIKE THE END OF THE WORLD, ihrem Album die nötige Würze zu verleihen. Schon der Opener „No Trespassing“ kombiniert mit einem simplen Drumbeat und wenigen, aber wohlüberlegten Tönen ein stimmiges Gesamtbild, das die Kraft des Minimalismus eindrucksvoll offenbart. Auch das etwas langsamere „Walk With Me“ versprüht anfangs einen atmosphärischen und fast schon romantischen Charme, der gegen Ende des Songs in einem spannenden und beinahe düsteren Finale mündet. Ein persönliches Highlight stellt „Breaking The Waves“ dar, das mich mit seinem langsamen und träumerischen Intro verzaubert hat. Auch die eingesetzten Gitarren-Soli im späteren Teil fügen sich wundervoll in die gesamte Stimmung des Songs ein, kurz bevor die Stimmung aus der ruhigen Stoner-Atmosphäre in einen leider (im Kontrast zur ersten Hälfte des Tracks) weniger gelungenen, wilden Abschluss mündet. Ebenfalls träumerisch, aber insgesamt etwas uninspirierter, geht es weiter mit dem Beginn von „Obsession“, das wiederum wider Erwarten in einem tollen Abschluss mündet. Das nachfolgende „Faults“ darf sich wohl mit der originellsten Songstruktur und den besten Melodien des gesamten Albums rühmen, auch wenn es wirkt wie ein Spannungsaufbau für das großartige „Outflow“ und damit etwas in dessen Schatten steht. Hier zeigen die Polen endlich, was für eine Energie in ihnen steckt! „Outflow“ ist toll geschrieben, legt ein zügiges Tempo vor und begeistert durch seinen enormen Abwechslungsreichtum auf den gerade einmal 4 Minuten Spielzeit. Mit „Acceptance“ geht es wieder wesentlich ruhiger zu, nur um zum Abschluss mit „All Over Again“ noch einmal alles zu geben. Eine interessante Wahl für den Rausschmeißer ist der Song auf jeden Fall – die Jungs experimentieren hier was das Zeug hält mit ungewöhnlichen Rhythmen, Bass-Lines und Tempowechseln. Weniger tragisch, aber dafür mit einem sich verbeugenden Knall, beenden SOUNDS LIKE THE END OF THE WORLD damit Album Nummer 3.

Stories“ ist insgesamt ein rundes Postrock Album geworden, von dem ich mir erhoffe, dass es mehr Aufmerksamkeit bekommt als die bisherigen Releases der Band – das wäre nämlich definitiv verdient! 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (17.04.2017)

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