The Mission - Another Fall From Grace

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VÖ: 30.09.2016
Bandinfo: The Mission
Genre: Gothic Rock
Label: Eyes Wide Shut Recordings
Lineup  |  Trackliste

Das elfte Studioalbum „Another Fall From Grace“ setzt nach 30 Jahren eine Marke in der Bandgeschichte von THE MISSION. Ein Meilenstein des Gothic Rocks aus Leeds (England), ursprünglich gegründet von Wayne Hussey und Craig Adams (THE SISTERS OF MERCY), so sind THE MISSION, trotz mehrerer Besetzungswechsel und Auszeiten, ein Name den man in dem Genre einfach nicht wegdenken kann.

Wayne Hussey sagte selbst über das Album „Another Fall From Grace“, dass es (sinngemäß) Dinge gibt, die man einfach tun muss. Der Entstehungsprozess war heftig und nicht nur schön für ihn - er vergleicht es mit einem Schmerz, der akut sehr stark ist, aber sobald er vorbei ist erinnert man sich kaum mehr an die Empfindung. Das Album sollte laut W. Hussey nach 1985 klingen, ebenso erfolgte eine Rückbesinnung auf die zwölfsaitige Gitarre.

Geehrt wurde das Album „Another Fall From Grace“ mit dem Dark Music Award 2016, was man durchaus als Anzeichen werten kann, dass die positiven Kritiken durchwegs ernst zu nehmen sind.
Mit prominenter Unterstützung von (u.a.) Ville Valo (H.I.M.), Martin L. Gore (DEPECHE MODE), Evi Vine, Gary Numan und Julianne Regan (ALL ABOUT EVE) ist die Grundlage für ein unvergleichliches Werk gelegt.

Mit „Another Fall From Grace“ wird das Album melodisch und ruhig eröffnet, einem sehr eingängigen Song in dem Hussey seine Stimme perfekt zur Geltung bringen kann.

„Met-Amor-Phosis“ hat nicht nur einen eigenwilligen Titel, auch der Text ist sehr aussagekräftig. Man kann hören, wie beim Schreiben viele Zweifel, Sorgen und Erkenntnisse eingeflossen sind - der Track verpasst einem eine melancholische Breitseite, die aber nicht bedrückt sondern befreit. Es werden die Fragen gestellt, die sich jeder zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben stellt: Wer bin ich? Wo hab ich mich verloren und warum?

„Within The Deepest Darkness (Fearful)“ zeigt direkt im Anschluss einen ganz anderen Charakter und legt Zeugnis ab von der Wandlungsfähigkeit von THE MISSION. „Another Fall From Grace“ ist ein Album in dem man Konsistenz finden kann, den viel gelobten roten Faden - aber langweilig wird es nicht, weil jeder Track ein eigenes Gesicht und einen eigenen Sound präsentiert.

„Blood On The Road“, „Can’t See The Ocean For The Rain“ und „Tyranny Of Secrets“ geben wundervoll die rockige Seite von THE MISSION wieder, jeder Track hat seine ganz eigene Kernessenz und alle gehen absolut ins Ohr, ohne Schlagercharakter zu haben. In einem Genre das oft falsch interpretiert wird, oder inflationär benutzt als Kategorie für alles was man nicht eindeutig zuordnen kann, zeigen THE MISSION wie Gothic Rock sein kann - und sollte.

Bei „Never’s Longer Than Forever“ wird es dann deutlich ruhiger, „Bullets And Bayonets“ schließt daran ähnlich sanft an - allerdings mit einer wundervoll verspielten Note, sowohl vom Gesang als auch dem musikalischen Konstrukt her. Eindeutig mein Lieblingstrack auf dem Album.

„Valaam“ beginnt wie der Prolog zu einem Actionfilm, der eingesprochene Text verursacht Gänsehaut am ganzen Körper - "[..]..Say A Prayer For The Insomniacs..[..]“ - wer sich angesprochen fühlt, Hand hoch.

„Jade“ und „Only You And You Alone“ lassen das Album verträumt und irgendwie gemäßigter in Richtung Ende ausschweifen, wenn der Anfang das Aufbäumen vor Schmerz war, sind diese Songs das erleichterte Aufatmen danach, wenn es endlich nicht mehr weh tut.

„Phantom Pain“ hingegen ist nochmal eine Erinnerung, dass der Schmerz jederzeit wieder einsetzen kann - ein musikalisch dichter Track, von schnurrend-knurrender Stimme intensiviert. Wenn ein Album so endet, hallen die Klänge noch eine Weile im stillen Zimmer nach, bis man sich erinnert, dass man die Musik nur mehr im Kopf hört - und dann drückt man auf „repeat“, weil es so toll war.

Ein grandioses Album, das völlig zu Recht von vielen Seiten in den Himmel gelobt wurde.
Lieblingstracks: „Bullets And Bayonets“, dicht gefolgt von „Phantom Pain“

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lee (23.04.2017)

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