AJATTARA - Lupaus

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VÖ: 12.05.2017
Bandinfo: AJATTARA
Genre: Black Metal
Label: Svart Records
Lineup  |  Trackliste

Vor fünf Jahren, also ziemlich genau am 15. April 2012, gaben AJATTARA auf ihrer Facebook-Seite unmissverständlich bekannt, dass sie sich aufgelöst haben und umgingen damit dem Mai 2005 ähnelnde Spekulationen, als man von außen schonmal fälschlicherweise den Split-Up annahm und für Verwirrung sorgte. Der böse Waldgott aus Finnland erfuhr dann aber - allem Anschein nach im letzten Jahr - doch noch von einigen weiteren Klageliedern, die er anschließend wohl aus den Wurzeln seiner hölzernen Untertanen sog und so finden wir uns hier heute ein, um aufmerksam "Lupaus", seinem Versprechen, zu horchen. Und obgleich AJATTARA aufgrund ihres doch recht eigenwilligen Stils meist umstritten waren: es gibt weit unnötigere Wiedervereinigungen im Namen des Bösen und selbst das wird ihrem achten Werk nicht ansatzweise gerecht.

Die guten Neuigkeiten zuerst: Auch auf "Lupaus" bleiben sich die sechs Herren aus Helsinki treu und sind daher abermals nur schwer zu kategorisieren. Glücklicherweise ist Dem-Hörer-ordentlich-auf-die-Mütze-geben eine Universalsprache, die man international ohne große Anpassungsschwierigkeiten nachvollziehen können sollte, zumal AJATTARA auch auf diesem neuen Streich eher nicht dem Ziel hinterherjagen, gängige technische Benchmarks im Instrumental- und Songwritingbereich zu transzendieren. Will heißen: von den ersten, in "Saatanan Sinetti" verhallenden Tönen an wird man mit simpelsten Methoden durch die gesamte finnische Flora und Fauna gepeitscht, sodass man nach den insgesamt neun Songs stolzerfüllt behaupten kann, jeden einzelnen der 1000 Seen gesehen zu haben und sogar alphabetisch beim Namen nennen zu können.

Trotz dieser Einfachheit schaffen es AJATTARA aber auch, neun verhältnismäßig variabel gestaltete Songs vorzuzeigen, die mal straight rumpeln ("Saatanan Sinetti" und "Amen" bspw.), mal zähflüssig und mit typisch-eigensinnigen Keyboardklängen vor sich hin doomen ("Ristinkirot"; "Uhrilahja"), oder einfach mal mit irrsinnigen Rhythmen ("Ave Satana") auf sich aufmerksam machen. Feinsinnige Kompositionen darf man also nicht erwarten, aber der kleine Kreis AJATTARA-Begeisterter wird hier durchaus ein weiteres kauzig dröhnendes, schwarzes Schmuckstück vorfinden, das musikalisch desöfteren auch den Anfängen mit "Itse" und "Kuolema" gedenkt und darüber hinaus auch schön ruppig produziert wurde. Mehr braucht es manchmal gar nicht.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (08.05.2017)

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