SUFFOCATION - ...Of The Dark Light

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VÖ: 09.06.2017
Bandinfo: SUFFOCATION
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
Lineup  |  Trackliste

Wichtige Lebensweisheit: Glaube kein Wort, wenn eine Band verlautbart, dass das nächste Album schon bald kommt – so wie SUFFOCATION-Bassist Derek Boyer im Interview 2015 zum Erscheinungstermin des Nachfolgers vom starken „Pinnacles Of Bedlam“ (O-Ton: „Das geht sich [2015] nicht mehr aus, aber 2016 unter Garantie“).

2017 ist es geworden, und wenn man „…Of The Dark Light“ ein paar Mal gehört hat, nimmt man den Amis die etwas längere Wartezeit nicht übel. Diese hatte wohl auch mit einigen Line-Up-Wechseln zu tun (Charlie Errigo ersetzte Gründungsmitglied Guy Marchais an der Gitarre, Drummer Eric Morotti ist auch neu dabei). Noch dazu wurde Original-Fronter Frank Mullen diesmal bei den Vocals von Kevin Muller unterstützt, der wiederum diesen Job von Ricky Myers übernommen hat (kleine Aufgabe für DieHard-Fans: findet die Stellen heraus, wo Kevin statt Frank singt. Keine einfache Aufgabe…).

Aber wie zu erwarten, ändert sich im Sound von SUFFOCATION auch durch die Neuzugänge nicht viel, die New Yorker haben ihre Formel über die letzten 27 Jahre perfektioniert, da wird höchstens an kleineren Schrauben gedreht, die Basis ist und bleibt der unverwechselbare und unverwechselbar brutale Death Metal, den niemand sonst so hinkriegt wie Terrance Hobbs & Co.. Wenn man unbedingt will, kann man vielleicht ein bisschen mehr Abwechslung und Eingängigkeit erkennen. Dadurch fehlt zwar ein bisschen die monolithische Schroffheit von „Pinnacles Of Bedlam“, aber die Songs brennen sich dafür schon bei den ersten Durchläufen in die Gehörgänge – und das, obwohl „…Of The Dark Light“ wie gewohnt alles andere als leichte Kost ist.

Das Album legt gleich von Anfang an richtig los, zu Beginn gibt es gerade mal eine Sekunde lang einen Chor zur Einstimmung, bevor das Death-Gewitter anbricht. Mit ihren Slams und Breakdowns prägten SUFFOCATION unzählige junge Bands (– gleich am Beginn von „…Of The Dark Light” zeigen aber die alten Herren allen Jungspunden mal so im Vorbeigehen, wie es richtig gemacht wird. Die Brutalität der Breakdowns beim Opener „Clarity Through Deprivation“ kriegt nämlich auch 2017 niemand so hin wie SUFFOCATION.

Das folgende „The Warmth Within The Dark” kombiniert Riffs mit der Intensität eines Presslufthammers mit grandiosen Vocals und feinen Lyrics (“the truth / has made you morbid”), „Your Last Breaths“ ist ähnlich gestrickt, nur am Anfang etwas ruhiger und zusätzlich mit lässigen Doppel-Gitarren-Leads bestückt. Auch „Return To The Abyss“ ist mit seinem treibenden Oldschool-Death ein Highlight. Dann folgt „The Violation”, wieder abwechslungsreich und mit tollen Vocals. Ausgerechnet der Titeltrack ist dann vergleichsweise unscheinbar, aber mit „Some Things Should Be Left Alone“ folgt gleich wieder ein Kracher. Hier bestätigt sich mit voller Wucht, dass SUFFOCATION nichts mit der feinen Klinge am Hut haben, diese Jungs kommen mit dem Vorschlaghammer. „Caught Between Two Worlds“ hat eine leicht düstere, schwarzmetallische Note, während das abschließende „Epitaph Of The Credulous“ eher mächtig und behäbig daherkommt (übrigens ein Remake des schon 1993 auf „Breeding The Spawn“ vertretenen Tracks).

Nach der langen Wartezeit auf das neue Album wird einem beim Hören von „…Of The Dark Light“ wieder einmal klar, wie einzigartig SUFFOCATION sind. Die Kombination aus technisch perfektem Gitarrenspiel von Terrance Hobbs, herrlichen Vocals von Frank Mullen (den Spagat zwischen ultraböse und trotzdem verständlich schaffen sonst nur wenige so gut) und den Lyrics und dem Bass-Spiel von Derek Boyer ist einfach Weltklasse. Dazu noch der gewohnt fette Sound (wie beim Vorgänger wieder von Zeuss gemixt) und die Beiträge der zwei „new guys“, und fertig ist die perfekte Brutal-Death-Mischung. Da kann man schon verschmerzen, dass die Jungs im Schätzen von Erscheinungsterminen nicht ganz so gut sind…



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (05.06.2017)

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