CYNIC CIRCUS - Make Some Nose

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VÖ: 19.05.2017
Bandinfo: CYNIC CIRCUS
Genre: Alternative Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nosething Compares To You

"Was lange währt, wird endlich gut", hat der um die Zeitenwende lebende Ovid gesagt. Noch nicht so lange, aber auch schon wieder drei Jahre her, ist mein Interview mit der Deutschlandsberger/Grazer Alternative Metal Band CYNIC CIRCUS. Damals war man sich noch nicht sicher, ob, wann und wie ein Tonträger aufgenommen werden wird, oder ob nur vereinzelt Videos (siehe weiter unten) veröffentlicht werden. Gottlob, so der phrasendreschende Stormbringer-Redakteur, ist es nach zahlreichen Irrungen und Verwirrungen nun doch noch so weit gekommen und wir dürfen uns im Mai 2017 über eine EP mit zwei Bonustracks und einer Spielzeit von rund 40 Minuten freuen.

Bed Of Noses

Was erwartet nun schlussendlich den geneigten Hörer? Die beiden vorab veröffentlichten Songs "Stay Away" und "Bad Joke" waren im Vergleich zum restlichen, eigentlichen Material der EP noch etwas straightere Rocker. "Make Some Nose" ist da schon etwas alternativer, was auch immer das Wort dann bedeuten mag. Man darf es hier auf jeden Fall im Sinne von KONTRUST sehen. Dieser Bezugspunkt drängt sich immer wieder auf, auch wenn die Steirer etwas deftiger zur Sache gehen als die Crossover-Shootingstars. 

Noseferatu

Auffallend von Beginn an das glasklare Soundbild. Hier wird ausreichend Platz für jedes Instrument geschaffen. Eine schön transparente, harte Soundlandschaft tut sich vor uns auf, die vor allem den Gitarren guttut. Alternative Metal kann leider zeitweise sehr rund klingen, bei "Make Some Nose" wird aber glücklicherweise nicht an deftigen Riffs gespart. Musikalisch lässt sich das Debüt der SteirerInnen, wie schon vorstehend erwähnt, mit den etwas volatilen Begriff "Alternative Metal" ganz gut beschreiben. KONTRUST gehen in eine ähnliche Richtung, CYNIC CIRCUS mengen dem ganzen noch ein bisschen Eigenständigkeit dazu. Als klares Highlight des Albums möchte ich hier "Same Game" nennen, ein Song der mit einem fantastischen Chorus in einer angemessenen epischen Breite daherkommt. So etwas muss man erstmal komponieren können. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch "Bubble" Maker", welches ebenfalls einen gnadenlos guten Refrain aus dem Clownärmel zerrt. Auch hier: Das können nicht viele. Und natürlich die bereits bekannten Hämmer "Bad Joke" und Stay Away", die einen dezent modernen Metal mit großen Melodien zelebrieren. 

Nosething Else Matters

Ein wenig vermeine ich auch, Holz-Metal (DIE Genre-Bezeichnung der 90er) zu hören, leichte KORN-Einflüsse womöglich (oder jede andere Band aus diesem Zeitraum). Die Breakdowns in den Songs gehen etwas in diese Richtung. Nagelt mich hier nicht fest, da ich dem Genre in der Dekade des Grauens recht weiträumig ausgewichen bin, aber die 90er hört man auf "Make Some Nose" doch öfters.

Sehr schön im Gesamtsound sind die stimmigen Breitwandsounds in den einzelnen Songs, die immer wieder auftauchenden Growls von Wolf und die Soli von JK. Einfach kleine, bunt schimmernde Farbtupfer, die dem Ganzen eine besondere Note geben. Die EP hält das doch recht hohe Niveau der Songs nicht über die gesamte Distanz durch, "Russian Waltz" mag sich mir auch nach der fünften Umdrehung nicht erschließen. Wie auch die zeitweise extrem hohe Stimme von Cat. Technisch ist das wohl einwandfrei, vorgetragen mit einem durchaus charmanten österreichischem Englisch, aber diese heftigen vokale Anhöhen mit ihr immer wieder zu erklimmen ist jedenfalls Geschmackssache. 

Nosing Me, Nosing You

Wir fassen zusammen: ein äußerst abwechslungsreiches Alternative-Metal der gestandenen Musiker von CYNIC CIRCUS, soundmäßig einwandfrei und passend, mit einem fantastischen Andi Kraxner und einer sehr eigenständigen Cat am Gesang, Topmusikern und einigen wirklich starken Songs. Das kann man sich dann schon mal anhören.

Steht zu hoffen, dass CYNIC CIRCUS für die nächste Tonkonserve nicht erneut so lange brauchen. Die EP "Make Some Nose" ist nämlich zu gut, um als einziger Eintrag in der Diskographie der Band zu verwelken.

Die Releaseparty findet am 19.05.2017 im Explosiv zu Graz statt. Alle hin!

For Nose About To Rock

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (14.05.2017)

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