YARDFIELD COLONY - The Procession (EP)

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VÖ: 10.03.2017
Bandinfo: YARDFIELD COLONY
Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Komplett in Eigenregie entstanden ist dieses erste, relativ heftige Lebenszeichen von YARDFIELD COLONY, deren harter Kern Rene, Denis und Holger in den Neunzigern unter dem Namen DECUBITUS für gepflegten Lärm sorgten und einigen älteren Semestern wahrscheinlich noch in Erinnerung sind. Verstärkt zum Quintett frönt man nicht – wie das Artwork vielleicht implizieren mag – dem Metalcore, sondern eher dem deftigen Death Metal alter Schule. Nach einem unheilvollen Piano-Intro peitscht uns „The Procession“ gleich mal ordentlich eins über, die Blastbeat-Abfahrten erinnern ein wenig an Ami-Death der Sorte MALEVOLENT CREATION, und einzig den einen oder anderen Breakdown hie und da hat man sich aus dem Metalcore „ausgeborgt“.

„Unhealable“ stößt dann ein wenig mehr in die holländische Todesblei-Richtung, ASPHYX und SINISTER lassen grüßen, und im Mid- und Slowtempo-Segment sind die Yardfield-Jungs richtig fett da und gut unterwegs. Auch hier legt man, wie schon beim Opener, eine Menge Gewicht auf die Melodien, so dass die Songs nie nur in derbem Geprügel enden. Joachims Vocals changieren zwischen garstigem Gekeife und blubberndem Gegrowle, auch hier ist Abwechslungsreichtum das oberste Gebot. „Spineless Victims“ beginnt überraschend mit Computer-Beats, das obligatorische Geholze lässt aber nicht lange auf sich warten: Thrash-Gehöppel im Rhythmus, treibende Bass/Drum-Abfahrten gekrönt von zwar bekannten, dennoch effektiven Riffs veredeln diesen Nackenbrecher. Hat irgendwo was von DARK TRANQUILLITY, auch dank der cool arrangierten Melodien.

„The Harvester“ klingt anfangs (absichtlich) als hätte er Startschwierigkeiten, aber auch hier stellt sich unvermittelt Geknüppel ein, durchbrochen einzig von ein paar markanten Leads, ansonsten ist dieser Song das pure Melodic-Death-Mayhem. Abschließend hat man mit „Predominating The Swarm“ noch einen ziemlich facettenreichen Track in petto, wobei auch hier das Qualitätslevel um keinen Millimeter vom Rest abweicht. Da machen sich die vielen Jahre Bühnen- und Studio-Erfahrung halt dann auch mal bezahlt. YARDFIELD COLONY schreiten handwerklich schnörkellos zur Tat, und wenn auch die Songs nicht unbedingt den nächsten Originalitäts-Wettbewerb gewinnen, so kann man mit diesem Fünftracker doch ein ziemlich kräftiges Ausrufezeichen setzen und ganz locker nebenbei eine Menge Schädel spalten, Scheitel ziehen und Genicke brechen . Wir sind mal gespannt, was da noch alles kommen mag…



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (01.06.2017)

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