ULVER - The Assassination Of Julius Caesar

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VÖ: 07.04.2017
Bandinfo: ULVER
Genre: Electro
Label: Soulfood Music
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem ULVER in der letzten Zeit einen Soundtrack („Riverhead“), eine Platte voller Coverversionen („Childhood`s End“), und gemeinsame Projekte mit dem TROMSØ CHAMBER ORCHESTRA und SUNN O))) veröffentlicht haben, erscheint nun nach sechs Jahren Pause der Nachfolger zum letzten regulären Album „Wars Of The Roses“.

Die Norweger sind für ihre Unberechenbarkeit und Experimentierfreude bekannt, weshalb einem der erneute Stilwechsel nicht wirklich überraschen sollte, denn „The Assassination Of Julius Caesar“ ist ein reines Synth-Pop Album geworden, das sich stark an der Atmosphäre der Achtziger Jahre orientiert. Ihre Herangehensweise erinnert dabei stellenweise an jene von den völlig unterbewerteten PURE REASON REVOLUTION, die sich dem Synth-Pop einst ebenfalls vom Standpunkt einer Prog-Art-Rock Band her angenähert haben, was vor allem beim knapp zehn Minuten langen „Rolling Stone“ offenkundig wird. ULVER gehen die ganze Sache allerdings durchgehend sehr gemächlich an, auf flottere Stücke mit Hitpotential wird dabei zur Gänze verzichtet, weshalb die Platte auch eine gewisse Zeit braucht ehe sie sich dem Hörer so richtig zu erschließen vermag. Ihre Stärke liegt vor allem darin, kleine melancholische Epen zu erzeugen, die sich langsam in die Gehörgänge schleichen und einem dann für längere Zeit nicht mehr loslassen. Die dramatischeren Stücke („Southern Gothic“, „Transverberation“) orientieren sich gar am Sound von TEARS FOR FEARS, was nicht zuletzt auch an gewissen stimmlichen Ähnlichkeiten der jeweiligen Sänger liegen mag.

Für knapp 45 Minuten unternehmen ULVER eine gelungene Zeitreise zurück in die Achtziger Jahre, und dürften es ihren Fans damit erneut nicht besonders leicht machen. Doch die sollten solche Herausforderungen bereits gewohnt sein, und wenn man sich auf den nostalgischen Sound einlassen kann, wird man mit einem äußerst stimmungsvollen Album belohnt, das Qualitativ den Höhepunkten ihres bisherigen Schaffens um nichts nachsteht.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: bender (02.06.2017)