GOATWHORE - Vengeful Ascension

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VÖ: 23.06.2017
Bandinfo: GOATWHORE
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Album Nummer Sieben von den Jungs aus dem bisweilen unter Seehöhe liegenden New Orleans. Mit dem Vorgänger "Constricting Rage Of The Merciless" schafften es GOATWHORE zum wiederholten Male (!) nicht nur in die einschlägigen Metal Charts, sondern auch zum zweiten Mal hintereinander in die offiziellen Billboard Charts. Auf Platz # 81! Klar, heutzutage werden nicht mehr diese Massen an physischen Tonträgern verkauft, aber für ein Entrümpelungskommando wie GOATWHORE ist ein solcher Erfolg sensationell. Derber Metal in den weichgespülten Charts kommt nicht allzu oft vor.

Personell hat sich bei den New Orleansern nichts verändert, lediglich Erik Rutan wurde diesmal nicht zum Klangbildverantwortlichen gemacht, dafür hielt der Livemischer Jarrett Pritchard her. Und der macht einen fantastischen Job. Dazu kommt, dass "Vengeful Ascension" wie einst bei Omma direkt auf Zwei-Zoll-Tape aufgenommen wurde. Keine Pro-Tools, kein großes Herumgeschneide. In Plastikzeiten wie den unsrigen ist ein solches Unterfangen schon als kühn zu bezeichnen. Hut ab, meine Herren, dieses Wagnis einzugehen. Wobei, GOATWHORE blickt auf ein nun seit acht Jahren unverändertes Line-Up von potenten Musikern zurück. Die Herren wissen, was sie an ihren Instrumenten tun. Und das tun sie gut. Schon der Opener "Forsaken" zeigt, dass man anspruchsvoll und fies sehr gut unter ein Dach bringen kann. Der Sound ist genau so, wie man eine analoge Aufnahme erwartet. Direkt, rotzig, aber immer transparent und mitten in die Kauleiste.

Lyrisch widmet man sich dem Gehörnten, seinem Aufstieg, seinem Fall und retour. H.P. Lovecraft darf auch wieder einmal im Metalumfeld als Ideengeber herhalten und ein wenig Kriegsgeklirre wird dazu auch noch in den Texten verarbeitet.  Der poetische Vortrag erfolgt erneut hundsgemein durch L. Ben Falgous II, auch schon fast seit immer dabei (genauer gesagt seit 1998) und immer schön mit seinem thrashig/blacken Organ reüssierend. 

Alles gut also im Hause GOATWHORE? Kann man so sagen. Mir gefällt am Album besonders diese latente Hektik, die ein wenig an alte KRETOR erinnert. Vielleicht kann man es auch als Unbekümmertheit in einem professionellen Umfeld bezeichnen. Selbst in weniger schnellen Songs oder Teilen von Songs hat man immer ein wenig das Gefühl, dass die Band weiter ungestüm nach vorne stoben will. Abwechslung wird groß geschrieben, das Album ist fast so etwas wie eine Best-Of des eigenen Backkatalogs. Von abwechslungsreichen Reissern wie dem Opener, punkig-crustigen Songs wie "Under The Flesh Into The Soul", gemäßigteren (dafür umso derberen) Midtempo-Krachern wie dem Titellied, überharten Gewaltthrashern wie "Chaos Arcane" hin zu melodischen Tracks wie "Where The Sun Is Silent" gibt es auf dem Album alles was das Herz eines rabiaten Extrem-Metal-Freundes begehrt.

GOATWHORE bleiben sich auf dem siebten Werk in ihrer nun schon 20 Jahre dauernden Karriere treu, vermengen höchst akkurates Songwriting mit pfeilschnellen Gewaltattacken und punkten mit einer sehr lässigen Produktion. Hier wird "analog" nicht nur des Selbstzwecks wegen verwendet, man punktet tatsächlich mit einem organischen Sound, der Heavieness in ihrer ursprünglichen Form aus den Sulphurminen zerrt, dabei aber nicht mit einem "früher war alles besser"-Ansatz zu gewinnen versucht.

GOATWHORE stehen weiter ganz oben am Death/Thrash/Black-Olymp und liefern ganz einfach Qualität ab. Punkt.

Eine Band, auf die man sich immer verlassen kann! 

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (19.06.2017)

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