METALIAN - Midnight Rider

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VÖ: 22.05.2017
Bandinfo: METALIAN
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Was ist METALIAN doch für eine starke Truppe! Mit einem kaum fassbaren Enthusiasmus, metallisch loderndem Feuer und beherztem Stageacting sind die Kanadier in einem Atemzug mit NIGHT DEMON, RAM, ENFORCER, SKULLFIST, RANGER, WOLF und ähnlichen, traditionell ausgerichteten und ihren Metal mit viel Herzblut und hochqualitativem Musikverständnis zelebrierenden neu(er)en Metal-Acts zu nennen. Wer sich ein Bild von der Unbändigkeit und der Dynamik des Vierers machen will, der darf gerne hier probehören. Warum das Quartett noch immer von keinem Label gesignt wurde, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Tatsache ist, dass das zweite Longplay-Schmiedeeisen trotz hervorragender Performances (wie etwa jener beim letztjährigen Keep It True-Festival) noch immer in Eigenregie erscheinen muß bzw. soll.

Der glühende Metal-Verehrer muß man aber auch nicht alles verstehen, zu sehr ist er durch die Jahrzehnte durch die Ignoranz hinsichtlich diversester hochkarätiger Combos geprägt, doch der Nachfolger des gelungenen 2009er-Debuts lässt den gestandenen Metaller am eigenen Leib fühlen, worum es METALIAN geht. „Midnight Rider“ frisst sich nach dem Intro gleich umgehend im Gehörgang fest und auch das lässige „Inside The Dome“ fesselt und besticht mit seiner geilen Gitarrenarbeit und dem sirenenhaften Gesang von Fronter Ian. Das von einem Mörderbass eingeleitete, melodiöse „Burn It Down“ ist im ohnehin dichten Gesamtpaket ein echtes Highlight und lädt zum Mit- und Abrocken ein. „Firestorm“, „The Haunting“ und „Bastards“ preschen zum Albumende noch einmal nach vorne und beschließen den neuen, heißen Dreher der Kanadier. Allerdings sollte man mit hochtönigem Gesang nicht auf dem Kriegspfad sein, manchem mag zudem der Fuß manches Mal etwas zu lange auf dem Gaspedal stehen.

Die Kanadier brettern wieder mit Volldampf über die Highways, begeistern ihre Anhängerschaft auf ihrem ansprechend undergroundig produzierten Eigenwerk mit hörbarer Spielfreude, gelungenen Refrains, Melodien und feinen Gitarrenharmonien. Alles ist umweht vom NWoBHM-Spirit und wohltuender Achtziger-Speed Metal-Attitüde, Altbekanntes und Verehrtes wird durch den ohrenscheinlich unbändigen Willen, die prosperierende Metalkultur weiter zu befeuern, in die Neuzeit transferiert. Undergroundspürhunde haben die Kanadier ohnehin schon auf dem Radar, allerdings dürfen, sollten, ja müssen alle, die auf Combos wie die oben genannten oder NWoBHM bzw. 80ies-Speedster wie EXCITER & Co. stehen, den wirklich gut und beseelt aufgeigenden Kanadiern zumindest leihweise ein Ohr zur Verfügung stellen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (17.06.2017)

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