DESULTORY - Through Aching Aeons

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VÖ: 23.06.2017
Bandinfo: DESULTORY
Genre: Death Metal
Label: Pulverised Records
Lineup  |  Trackliste

Nun schließt nach VALLENFYRE also das nächste Traditionsunternehmen (auf den Sound bezogen) seine Pforten. Die Rede ist von den Schweden DESULTORY, die sich damals, nach mehr oder minder erfolgreicher Erfüllung des Vertrags bei Metal Blade ("Swallow The Snake" war eine Vollkatastrophe) schon einmal aufgelöst haben, um dann im Jahre 2010 mit "Counting Our Scars" ein ganz passables Comeback (ich werde das Bohei darum wohl nie komplett verstehen können) hinzulegen und sich nach dem in diesem Juni erscheinenden "Through Aching Aeons" sowie den markigen Worten "the last DESULTORY album ever" schlussendlich erneut aufzulösen. Ein kalkulierter Move scheint es jedenfalls nicht zu sein, wenn man sein Werk nach solch einer Aussage mit einem Titel wie "Our Departure" beschließt, aber: handelt es sich hier auch, trotz definitiv zu anerkennender Errungenschaften in den 90ern, um ein tragisches Ende, oder wird man darüber hinwegkommen?

Ich persönlich denke, dass ich das Tal der Tränen nicht durchwandern muss, um wieder Glückseligkeit finden zu können. Damit ergeht es mir bei "Through Aching Aeons" genauso wie es mir ergangen wäre, wenn sich DESULTORY bereits nach "Counting Our Scars" wieder verabschiedet hätten. Vielleicht liest sich das nach außen geringschätzig, aber bereits nach dem doch recht flotten Opener-Duo zwischen AT THE GATES und DISMEMBER ("Silent Rapture", "Spineless Kingdom") fehlen mir auf dem fünften Werk der Schweden schnell Reizpunkte, eigentlich sogar richtige Highlights. Denn auch wenn man immer noch weitestgehend überdurchschnittliches Material zusammengesetzt hat, fehlen DESULTORY 2017 (genauso wie ENTRAILS auf "World Inferno") die schnörkellosen Killersongs, die trotz aller "Unoriginalität" sofort Eindruck hinterlassen, wodurch man sich auch hier eher an eine B-Saiten-Compilation aus uralten, neu eingespielten Demos als an ein vollwertiges, durchweg mit amtlichen Brettern gefülltes Full-Length erinnert fühlt.

In manchen Situationen ("Beneath The Bleeding Sky") merkt man einfach ganz eklatant, dass DESULTORY hier Dienst nach Vorschrift gemacht haben und beispielsweise unlängst von einer in diesem Fall ähnlich gelagerten Allstar-Formation wie BLOODBATH überholt und abgelöst wurden, der man nicht nur ein Gespür für grandiose Oldschool-Riffs, sondern auch deutlich mehr Hingabe und vor allem Spaß an der Sache nachsagen kann. Das macht "Through Aching Aeons" zwar noch lange zu keinem Grottenalbum, dafür aber - viel schlimmer - zu einem verzichtbaren Albumfinale in einer Diskografie, die irgendwie einen würdigeren Abschluss als diesen verdient gehabt hätte. Erinnern wird man sich an DESULTORY also hauptsächlich wegen den Klassikern "Into Eternity" und "Bitterness". Das ist zwar irgendwo schade, aber gerade im Schweden-Death-Sektor gibt es im Hier und Jetzt zig wertigere Alternativen, was zuletzt zum Beispiel GODS FORSAKEN nachgewiesen haben - die Errungenschaften von DESULTORY soll das aber nicht schmälern.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (22.06.2017)

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