THE BOYSCOUT - We Were Kings

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VÖ: 07.07.2017
Bandinfo: THE BOYSCOUT
Genre: Rock
Label: Membran
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Lineup  |  Trackliste

Es ist Sommer. Es ist heiß. Zeit den Chevy (a.k.a. Ford Escort XR3i Cabrio) aus der Garage zu holen und so zu tun, als wäre die A4 Ostautobahn die ‚Route 66‘, während im CD-Player der passende Soundtrack dazu läuft. In diesem Falle wäre das „We Were Kings“ von THE BOYSCOUT. Dahinter verbirgt sich Sänger/Produzent Manuel Mijalkovski, der sich für seine vorausgegangenen Werke immer wieder gerne Verstärkung, wie z.B. ROBIN BECK, AMANDA SOMERVILLE , Robert Shortino (KING KOBRA) oder Michael Voss (MAD MAX) ins Boot holte. Mit Letzterem produzierte Mijalkovski das aktuelle Werk, das laut Pressetext angeblich „ein Meisterwerk … das 2017 Geschichte schreiben dürfte und das auf keinem Festival dieser Welt fehlen darf!“ ist.

Und? Ist es?

Nein! Da war der Verfasser wohl etwas zu überschwänglich in seiner Begeisterung. Das Album ist recht nett. Für die oben vorgeschlagene Spritztour ist es kein schlechter Begleiter. Die Tracks sind größtenteils glatt und mit dem Wurm fest im Ohr platziert geschrieben. Refrains werden nach zweimaligen Hören mitgesummt, ob man will oder nicht. Aber der größte Teil des Albums ist halt sehr sentimental und entbehrt jeder Innovation. Man verlässt sich auf den altbewährten etwas weichgespülten Biker Rock. Gemütlich, safe und voraussehbar. Hymnen wie der Titeltrack „We Were Kings“ und „1983“ lassen das Herz der 80er Jahre Rocker höher schlagen. „Bang Bang“ mit seinen Chören könnte auch genauso gut von einer MEATLOAF-Scheibe kommen.

Und dann wird dieser rosarote Faden gegen Ende des Albums grausam durchtrennt. Der Song „Dying Words“ passt auf „We Were Kings“ genauso gut, wie eine Stripperin zum Kegelabend. Eine Duett, gesungen auf Deutsch und Englisch, gehüllt in Symphonic Metal-Klänge. Persönlich für mich einer der besseren Songs, mit mächtigen Synths, krachenden Gitarren und schöner Harmonie zwischen weiblicher (der Name der Sängerin wird uns leider vorenthalten) und männlicher Stimme. Nur… auf diesem Album ist dieser Track fehl am Platz. Genauso wie sein Nachfolger und Abschluss „Talking To An Angel“. Eine quasi religiöse Nummer im semi-Akustik Pop/Rock-Gewand, die vor Sentimentalität nur so trieft. Im Bezug zum Rest von „We Were Kings“: Am Thema vorbei!

Fazit: THE BOYSCOUT reißt einen nicht vom Hocker. Mehr auf die ‚Born To Be Mild‘- als auf die ‚Born To Be Wild‘-Brigade getrimmt, bleibt außer dem leichten Echo bei „Dying Words“ kein Nachgeschmack in Mund oder Ohr.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (01.07.2017)

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