FINAL FORTUNE - Power of the lightning

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VÖ: 28.04.2017
Bandinfo: FINAL FORTUNE
Genre: Glam Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Die Rückkehr des Pornobalken, vermehrtes Aufkommen von schnieken Addiletten, Joggingbutzen und dickglasige Sonnenbrillen: Macht die Augen auf Leute, die 80er sind mit einer nicht geahnten Power zurück! Dass sich das auch musikalisch niederschlägt, kann man lieben oder hassen, allerdings erwischen wir Mitdreißiger uns doch immer häufiger im Stöbern durch alte Erinnerungen - und der passende Soundtrack dazu verstärkt das Gefühl eines kurzen Trips in die eigene Jugend/Kindheit nur. Wie mächtig die Wirkung der 80er aber tatsächlich ist, das zeigt sich an Bands wie FINAL FORTUNE: Eine Band, welche den Spirit der Eighties mit aller Authentizität darstellt und damit einen beeindruckenden Kickstart hinlegt. Und das, obwohl die Band im Durchschnittsalter mal eher um die Anfang 20 anzusiedeln ist.

Wer die Truppe mal live erleben durfte, der wird schnell feststellen, dass es die Jungs ernst meinen. Denn anders als die aufgestylten Püppchen von KISSIN' DYNAMITE (die ihre Karriere in ähnlichem Alter starteten) wirken FINAL FORTUNE in ihrem Auftreten weitaus näher am Originial. Da wird auch die Räudigkeit, die Abgebrühtheit dieser Zeit deutlich. Und das, wohlgemerkt, von Jungs, welche generationsmäßig gar keine Berührungspunkte hiermit hatten. Das bekommen nicht viele hin, und allein für das Konzept gibt's Pluspunkte!

Was nützt aber das beste Konzept ohne gute Songs? Keine Sorge, auch hier kann Entwarnung gegeben werden. FINAL FORTUNE verstehen sich auf simplen, geradeheraus songdienlichen Hard Rock mit leichter Metal-Kerbe, der den Spirit der Eighties auch klangtechnisch gut widerspiegelt. Das Titelstück "Power Of The Lightning" zum Beispiel ist ein Hookmonster vor dem Herrn, mit genügend Druck unterm Kessel, um die Massen in Bewegung zu bringen, während der Opener "Raised On Rock" schön schlunzig und erdig daherkommt. Geprolle? Sicher, aber auch das muss gekonnt transportiert werden. Richtig ausgespielt werden die melodischen Fähigkeiten bei den zwei Halbballaden "Hungry For Love" und "Tonight (I'm Coming Home)", welche beide das Potential für echte Stadionhymnen innehaben. Dazu gesellt sich mit "Dirty Nights" noch ein amtlicher Arschtreter.

Einzelne Einflüsse herauszuarbeiten ist dahingehend müßig und unnötig: Die Einflüsse sind die Eighties, Ende Aus! Bisschen MÖTLEY CRÜE hier, bisschen SCORPIONS da, ganz frühe BON JOVI, aber auch POISON und die obligatorischen THE SWEET schimmern da in einer schönen Melange durch. Was aber eigentlich keine Rolle spielt, da das Endprodukt herrlich rund klingt.

Fazit: Mission Authentizität erfolgreich absolviert! Die fünf simplen Songs sind soweit alles Kracher, welche vor allem live mitsamt der intensiven Performance ihre volle Power entpacken. Hier wächst was Großartiges heran, also haltet die Lauscher auf und rockt mit FINAL FORTUNE.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (25.06.2017)

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