ZOMBIE LAKE - The Dawn of Horror

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VÖ: 05.05.2017
Bandinfo: ZOMBIE LAKE
Genre: Thrash Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste

ZOMBIE LAKE entstand 2003, als sich Gitarrist Derek Schilling (ex- NEGLECT) aus New York und Martin Missy (PROTECTOR) aus Stockholm kennenlenten. Zusammen entstand die Idee einer Band, welche dem rauen, unpolierten Thrash Metal gewidmet ist. Passend dazu die apokalyptischen Zombietexte von Martin.
Bereits 2005 entstand ein erstes 3-Track-Demo "Metal for the masses". Mit dem vollständigen Line-Up (Anthony und Ryan kamen hinzu) nahm man nach einigen Verzögerungen (u.a. Hurrican Sandy) das Debüt "Plague Of The Undead" auf, welches 2013 als CD und Vinyl erschien. Nach nunmehr dreieinhalb weiteren Jahren steht der Nachfolger in den Startlöchern, nun zusätzlich mit Bill Kelly (git) - wieder ein raues morbides Werk.

Jetzt sind ja die Zeiten, in denen das Härtelimit im Metal beim Thrash ausgereizt war, schon ein Weilchen vorbei. Und auch mit Gore-Lyrics kann man schwerlich noch jemanden zum Kopfschütteln bringen. Trotzdem gibt es in den letzten Jahren wieder zahlreiche Thrash-Veröffentlichungen. Und darunter viele recht brauchbare.

Die New Yorker Schweden von ZOMBIE LAKE versuchen sich über Iron Shield Records in dieser Szene und das machen sie gar nicht einmal so schlecht. Knackige Riffs und ein zeitweise an einen jungen Mille erinnernder Gesang wissen durchaus zu gefallen. Auf diesem zweiten Album schafft man mit einer schön gefächerten Darstellung an Geschwindigkeiten Abwechslung und mit "Hoardering Skulls" durchaus einen kleinen Hit. Auch das holpernde Schlagzeug gemahnt an die früheste Frühphase der Alt-Essener von KREATOR. Ohne natürlich nur annähernd in die Hitsphären der deutschen Vorzeigethrasher zu kommen.

Weil: Die Scheibe ist jetzt nicht wirklich ein Überhit und die unterirdische Produktion mag vielleicht Ultranostalgiker lächeln machen, aber die Frage sei erlaubt, warum man einen solchen Sound veröffentlichen muss, Kvlt hin oder her. Irgendwann ist dann auch mal genug mit SARCOFAGO. Und man wünschte sich wirklich, dass das Gerumpel öfter an Fahrt aufnimmt. Die Midtemposongs sind zwar von brauchbaren Riffs unterlegt, aber es geht halt genau nix weiter.

Alles in allem ein ok-es Thrashschnittchen, etwas arg beliebig vielleicht und die Frage stellt sich, warum man seitens des Labels (und vor allem seitens der PR-Firma) nach einigen wirklich guten Heavy/Power-Metal-Veröffentlichungen jetzt plötzlich auf Durchschnittsware setzt. Aber wer bin ich schon, das hinterfragen zu wollen.

Ein lässiger Song und ein paar starke Abfahrer, wie zum Beispiel der Solopart bei "Dead Eyes", machen noch keinen Big-4-Auftritt.

Zwei Herzen schlagen hier in meiner Brust, war der Thrash-Metal doch meine Eingangstür in die härteren Reiche des Metals, aber wenn etwas so durchschnittlich daherkommt, verkümmert auch das kärgste Pflänzchen Enthusiasmus.

Thrash Metal geht immer, allzu oft aber werden ZOMBIE LAKE bei mir nicht rotieren.
 

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (29.06.2017)

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