MANILLA ROAD - To Kill A King

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VÖ: 00.00.2017
Bandinfo: MANILLA ROAD
Genre: Heavy Metal
Label: Golden Core / Zyx
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Lineup  |  Trackliste

Auch schon wieder seit 1977 gibt es die Epic Metaller von MANILLA ROAD aus der Perle des Mittelwestens, Wichita im pittoresken Bundesstatt Kansas. Berühmt und berüchtigt für genau nix. 

Die Band, die sich entgegen mancher Meinung nur einmal, nämlich zwischen 1992 und 1994 aufgelöst hatte, bringt mit "To Kill A King" ihr 18. Album raus. Ich bin generell der Ansicht, dass die Bezeichnung "liebt man oder hasst man" eine hohle Phrase vom Allerfeinsten ist, aber MANILLA ROAD sind dermaßen kauzig (gewesen), dass man hier durchaus von der Nichtexistenz eines Mittelgrundes ausgehen kann. Entweder man steht in Tegelhütters Garten und wedelt mit dem karg bemosten Haupt, oder eben nicht.

Und man mag "To Kill A King" oder nicht. Weil eben alles beim Alten geblieben ist. Selbst der Sound ist derselbe wie zu seligen "Crystal Logic"-Zeiten. Das ist schön organisch, knackig analog, fenrizian (selbst-gebastelter Anglizismus, kann dieser Schreiber jemals gebremst werden!?), aber auch, wie im gegenständlichen Fall, etwas langwierig.

Vielleicht hätte man das Rund nicht unbedingt mit einem zehnminütigen Epos starten sollen, das nicht in die Gänge kommt. Das Gitarrenspiel ist wie immer ein Genuss, Riffs en masse, aber das Resultat im Bandkontext hört sich manchmal wie ein Jam an, eine Improvisation. "Conquereor" hingegen zeigt sich von deftigerer Seite, wird aber von der sehr zurückhaltenden Stimme des Herrn Shelton massiv entschärft. Ich weiß nicht, ob Mark etwas bedrückt, aber das ging auch schon besser, derber, schräger, was auch immer.

Das Album ist, und da geh ich d´accord mit einigen Kollegen, viel zu lang und viel zu zahm. Klar, man kann nicht immer das Weiderind Mizzi sprengen, aber etwas mehr Schub und Konzentration auf den Song an sich hätte "To Kill A King" gut getan.

So bleiben einige starke Soli, ein paar kusprige Riffs und die eine oder andere gute Idee. Mehr aber leider nicht. Man möchte Mark Shelton zurufen, er solle doch nicht jedes Jahr ein neues Album veröffentlichen, sondern ab und an die Ideen ein paar längere Momente sitzen lassen, dann sichten und erst dann wieder loslegen. 

Dass MANILLA ROAD Klassiker schreiben können, wissen wir. Und ich rede nicht nur von den Gründungszeiten, auch ein "Gates Of Fire" aus dem 2005er-Jahr war ein saustarkes Album. Ich rede hier nicht von "früher ist besser", aber, wenn wir schon beim Dreschen diverser Phrasen sind, "weniger wäre mehr". MANILLA ROAD sind eine Größe im Untergrund, aber ein paar Alben weniger und die wirklich starken Songs geballt veröffentlichen wäre vielleicht eine Idee, die man andenken könnte.

So bleibt ein eher belangloses Album. Schade. 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (09.07.2017)

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