ECNEPHIAS - The Sad Wonder Of The Sun

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VÖ: 07.07.2017
Bandinfo: ECNEPHIAS
Genre: Dark Metal
Label: My Kingdom Music
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Lineup  |  Trackliste

Schon 2015 sind mir die Italiener positiv aufgefallen. ECNEPHIAS haben über die Jahre ihres Zusammenspielens eine eigene Stimmung kreiert, die man guten Gewissens "Mediterranean Dark Metal" nennen kann. Ihre Spielwiese ist auch beim neuen Album wiederum die Dunkle Seite der Macht, ähm, des Metals - und da alles von Gothic über Doom bis zu Dark Metal und Dark Wave.

Ihre düsteren Melodien sind von eingängigen Gitarrenriffs und -soli begleitet, regelmäßig erfährt die doomige Seite eine Auflockerung durch Keyboard und Piano - das geht vom Wave-Electro-Sound bis elfenhaft-verspielten Klängen. Klar die Nummer Eins beim Stempel-aufdrücken bzw. Sound-einzigartig-machen war und bleibt Sänger Mancan. Er ist stimmlich mal auf den Spuren von Frank Zappa unterwegs und dann wieder bei Fernando Ribeiro (MOONSPELL) angesiedelt, lässt uns aber neben schönen Gesang auch gänsehauterregendes Growling hören.

Die mystische Kraft, die sich auf düsteren Pfaden durch die Songs schleicht, wird bei Liedern, die auf Italienisch gesungen werden, noch intensiviert. Zusätzlich finde ich den italienischen Akzent bei den englischen Songs sehr interessant - da denkt man schnell an südländische Vampire, die sich nun in englischsprachigen Gebieten befinden und hier mit ihrem exotischen Akzent eine besondere Gabe haben, willige Blutspenderinnen zu finden. 

Bei den Rhythmen und Melodien schwanken sie zwischen Todesmarsch-Stimmung ("Gitana"), großartigem düster-melodiösem Gothic à la MOONSPELL - bei "Povo De Santo" klingt Mancan sogar ähnlich wie Ribeiro -, fast schon breitentauglichen Songs mit eingängigen, feinfühligen Melodien wie "Sad Summer Night" und "Maldiluna" - beide mit viel Keyboard - oder funky Klängen ("Nouvelle Orleans").

Neben der Düsternis gibt es aber auch rockige Songs wie "The Lamp", das mit seinem aufhellenden Keyboard und den bearbeiteten Vocals punktet, "Quimbanda", bei dem wir einen Wechsel aus Englisch-Italienisch haben, und das fast schon beim Melodic Rock angesiedelte "You".

Zum Abrunden haben sich ECNEPHIAS für zwei Songs Raffaella Cangero geholt. Sie singt den weiblichen Part bei "Povo De Santo" und im Chorus bei "Quimbanda".

Die neun Songs auf "The Sad Wonder Of The Sun" sind mit viel Liebe und Hingabe gemacht, da stimmt alles bis ins Detail. ECNEPHIAS zeigen mit diesem Album ganz klar ihre Weiterentwicklung, und dass sie das Potenzial für echte Größe haben. Sie sind nicht einseitig, sondern schauen über den Tellerrand ihres Genres und kombinieren hervorragend Düsternis mit Melodie. Man darf hoffen von ihnen mehr zu hören - vor allem live wäre das mal interessant.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (03.08.2017)

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