JORN - Life On Death Road

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VÖ: 02.06.2017
Bandinfo: JORN
Genre: Heavy Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

JORN LANDE - wo der Name drauf steht, weiß man mit ziemlicher Sicherheit, was einen erwartet. Und wenn man dann auch noch die Namen der anderen Verdächtigen liest (z.B. Mat Sinner am Bass oder Alessandro Del Vecchio an den Tasten), dann ist klar, dass es sich um ein Album handeln wird, das in typischer Manier viel Hard bzw. Heavy Rock liefert, mit bluesigen Einschlägen und lässigen Keyboard-Tönen, sowie - "nona" - JORNs einzigartiger Stimme, die dem Ganzen seinen Stempel aufdrückt.

Dabei ist JORN beim letzten Mal mit "Heavy Rock Radio" nicht so gut weggekommen bei mir. Das Coveralbum hatte tolle Stücke drauf, aber auch Nummern, die ich nicht ganz verstanden habe. Heute, bei "Life In Death Road", gelingt es ihm besser, mich zu überzeugen. Das Album ist wieder ganz im Stil der 80er und Jorn lässt hören, dass ein Teil seines Erfolges auf dem beruht, dass er eine tolle Stimme hat, die stark nach David Coverdale klingt. In Zusammenarbeit mit dem Tastenknaben Alessandro glaubt man fast, man hat das neueste Werk von WHITESNAKE in der Hand.

In mehrere neue Songs kann man schon reinhören, da sie auf Youtube zu finden sind. Jedes Monat wird ein neuer Track veröffentlicht und man findet nun "Life On Death Road", "Love Is The Remedy", "Fire To The Sun" oder "Man Of The 80's" online. Diese Songs präsentieren einen Querschnitt des Albums, sodass man erahnt, was einen bei den zwölf Stücken erwartet.

Der Opener "Life On Death Road" startet als typischer JORN-Rock-Song mit einem starken Hang zur Gitarre und den Soli, bei denen Wert darauf gelegt wird, dass man einen Unterschied zu Vorgänger-Gitarrist Trond Holter hört, da ja jetzt Alex Beyrodt dafür zuständig ist. Mat ist als Bassist etwas intensiver als Thomas, aber das Gespann Alessandro und Frencesco ist gleich geblieben, und daher - wie schon vorher erwähnt - auch die typischen Stileinschläge vom Schlagzeug, aber vor allem vom Keyboard. Und dieses darf bei "Love Is The Remedy" gleich mal stark in den Vordergrund, obwohl mir der Song insgesamt ein wenig nervös bzw. durcheinander vorkommt, fast so, als würden sie hier zu viel von allem reinstecken wollen. "Fire To The Sun" klingt stark nach WHITESNAKE, sowohl bei Melodie als auch Gesang. Insofern kommt der Song gleich stark bei mir an und ist von den bisherigen Video-Veröffentlichungen mein Favorit. Der lässige Sound, der vor allem von Alex und Alessandro auf´s Parkett geworfen wird, geht einem lange nicht aus dem Ohr und man schwelgt aufgrund der klassischen Orgelklänge sofort in Erinnerungen an die Kultfigur Jon Lord.

Der letzte Song in diesem Veröffentlichungs-Block ist "Man Of The 80's" - der rockige Sound überzeugt, und mit dem Text können sich garantiert viele Zuhörer identifizieren. Einfach eine klassische Heavy-JORN-Rock-Nummer, wieder mit viel Gitarre, dominierenden Soli und perfekt eingepassten Backing-Chören und Keyboard.

"Hammered To The Cross" ist gelassener und hat einen eindringlich starken, ja fast hypnotischen Rhythmus, dem man sich nicht entziehen kann. Perfekter Heavy Rock, der grad mit dem richtigen Maß an Backing Vocals noch verschönert wird. Ähnlich eindringlich und stark ist die Powerballade "Dreamwalker". Dieser Song lebt von den Vocals und den akzentuiert gesetzten Instrumenten. Und obwohl eigentlich nicht "heavy", zeugt der Song von der Power der Band in meinen Augen besser, als die Songs, die bisher veröffentlicht wurden. 

Düster und unheimlich erklingt "Insoluble Maze" zuerst mal, bevor sich der Track ebenalls zu einem Heavy Rock Song mausert, bei dem man sich wünscht, ihn einmal live zu erleben. Die knackigen Riffs reissen mit, die variantenreichen Vocals und Keyboardklänge überzeugen bzw. packen einen förmlich - Headbangen nicht ausgeschlossen.

Noch ein Song in WHITESNAKE-Manier ist "I Walked Away", und wieder sind es Keyboard und Vocals, die so vergleichbar klingen, dass man zuerst mal überlegen muss, wen man vor sich hat. Ein absolut lässiger Song mit bluesigem Groove und feinen Backing Vocals, den man immer wieder anhören will, wenn man auf die WHITESNAKE-Richtung steht. Eine Top-Nummer, auch wenn sie wie ein Cover klingt. Das danach folgende "The Slippery Slope" ist fetziger und hat Metal-Sound mit glühenden Soli, aber auch wieder lässige Tastentöne, die den Song abrunden.

Bitte verurteilt mich nicht, aber bei "Devil You Can Drive" höre ich schon wieder Coverdale und Konsorten heraus. Andererseits aber auch nicht verwunderlich, da Jorn mit Coversongs dieser Rock-Größe bekannt geworden ist. Zur gleichen Gangart passt auch "Man Of The 80's",

Zur Abwechslung gibt es dann Streicher und ruhige, akustische Töne. "The Optimist" hat Latino-Anleihen und gleichzeitig einen harten Bass. Ein Song zum Träumen, schmusen oder sich einfach nur hängen zu lassen. Der Refrain ist schön herausgearbeitet und melodisch, die Kombination mit Orchesterklängen und Schlagzeug klingt fein.

Mit "Blackbirds", der letzten Nummer auf dem Album, liefern die Jungs noch einmal ein feines Stückchen Songwriting. Da ist von allem etwas dabei: Ein genüsslich-ruhiger Einstieg (mit Coverdale-Vocals), eine sich steigerne Melodie, Rhythmenwechsel, fetzige Schlagzeug-Bass-Kombinationen, Orgelklänge und überzeugende Gitarrenarbeit.

Fazit:
Nach mehrmaligem Durchhören muss ich sagen, dass mir die zweite Hälfte der Scheibe eindeutig besser gefällt, als die erste. Das hat mehr Biss und mehr Groove, schöne Meldodien bei den ruhigen Songs und absolut lässige Parts bei den fetzigen oder bluesigen Teilen. Insgesamt ist das Album eine gelunge Kombination aus Moderne und Nostalgie. Die Songs überzeugen bzw. ich, als alter WHITESNAKE-Fan, komme hier ganz schön auf meine Kosten.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (24.07.2017)

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