BOG - Unshriven

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VÖ: 24.06.2017
Bandinfo: BOG
Genre: Post-Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

BOG ist eine deutsch-österreichische Freundschaft, die sich dem experimentellen Genre des Post-Metal verschrieben hat. 2014 als Solo-Projekt von Tim Primbs gegründet, bringt der deutsche Mastermind nach den EPs “Gustave (2014) und “Auguste (2015) seine Musik nun mit drei weiteren Band-Mitgliedern live auf die Bühne. Der erste Longplayer nennt sich “Unshriven” und schlägt mit zahlreichen Gastmusikern und -musikerinnen gekonnt den Bogen zwischen amerikanischer Heavyness und österreischischem Post-Rock.

Elf elegische Tracks über Einsamkeit, das Verlorensein im weiten All und das Verlangen nach Geborgenheit führen durch vielschichtige Klangwelten. Atmosphärisch und trotzdem gnadenlos brettern die Songs durch den luftleeren Äther. Was gemächlich beginnt, verzweigt sich später in flächige Riffs und vertracke Drums. Die spärlich gesäten Lyrics sind mal melancholisch, mal bitterböse und eröffnen eine neue, nochmal härtere Ebene zur musikalischen Weltuntergangstimmung.

      Dead frequencies call me to come home
    
With a glimpse of an eye gone forever
    
I wander through dust I’m on my way to start
    
To see what’s before to see what’s coming  
                               
“Fellow Traveller” - BOG

Darf man bei “Spare” noch zu dominanten Gitarren und viel Noise relaxen, kommt “Fellow Traveller” mit ungleicher Schwere und harter Laut/Leise Dynamik daher. Auch bei “Stay” mit der wunderbar melancholischen Stimme von Julia Schwarzer und dem darauf folgendem “Mére” weiß man nicht, ob man gleich losheulen oder lieber die nächste Wand eintreten soll. Mit dichtem Ambient und tiefen Gitarren schafft Primbs es, eine komplette Bandbreite an Gefühlsausbrüchen zwischen Wut und Akzeptanz auszurücken.

BOG fordert Geduld. Schnell und hart kann jeder, aber Langsamkeit und Zurückhaltung will erstmal gelernt sein. Wer beim ersten Hördurchlauf schon aufgibt, verpasst die spannenden Details und Dynamiken, die den atmosphärischen Post-Metal erst zu einem fantastischen Album machen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Eva Thalhammer (26.07.2017)

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