LESS THAN JAKE - Sound The Alarm

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VÖ: 03.02.2017
Bandinfo: LESS THAN JAKE
Genre: Punk Rock
Label: Pure Noise Records
Lineup  |  Trackliste

Die Band mit der wohl geilsten Story hinter ihrer Namensgebung hat mit „Sound The Alarm“ ein neues Album rausgejagt. Es gibt LESS THAN JAKE nun schon seit über 20 Jahren, wobei sie in schöner Regelmässigkeit ohne größere Pausen veröffentlicht haben. Die Geschichte hinter dem Namen dreht sich um einen Hund namens Jake, der seinen Besitzern - den Eltern von Vinnie Fiorello - so wichtig war, dass alles unwichtiger war als Jake. Für eine Punkband ist es ja nicht weiter ungewöhnlich, auf etwas verworrenen Wegen zu ihrem Namen zu kommen.
Erstaunlich ist, dass LESS THAN JAKE sich im Vergleich zu anderen Bands nie einen übermässig großen Namen gemacht haben. Sie waren immer da, immer gehört von Einigen - aber wenn über das Genre Punkrock oder Ska-Punk gesprochen wird, würden sie wohl selten als Erstes erwähnt werden. Macht aber nichts, denn Beständigkeit ist in vielen Fällen besser als ein Höhenflug mit anschließend tiefem Fall. Bands wie BLINK-182 oder RANCID wurden ungefähr in der gleichen Zeit wie LESS THAN JAKE gegründet - eine gute Phase für Punkrock.

„Call To Arms“ erinnert an BLINK-182 und versetzt den Hörer instant um ein paar Jahre zurück, als „All The Small Things“ und Co. noch richtige Partykracher waren, die von Vielen auswendig mitgesungen werden konnten. Wie viele dieser Songs klingt „Call To Arms“ leider etwas austauschbar. Poppig und zum Mithüpfen, aber nicht besonders herausragend. Merkmale die man nicht wieder vergessen kann, fehlen.

Ganz im Gegensatz dazu kommt „Whatever The Weather“ - mit den unverwechselbaren Ska-Elementen, die LESS THAN JAKE perfekt einsetzen können. Der Gesang unterstützt ideal, der Song geht sofort ins Ohr, bringt die Beine in Tanzlaune und macht richtig gute Laune. Mehr Songs von der Sorte, das ist LESS THAN JAKE in Reinform.

„Bomb Drop“ und „Welcome To My Life“ reihen sich nahtlos ein, ebenso tanzbar wie „Whatever The Weather“. LESS THAN JAKE machen kritische Texte zu „lustiger“ Musik - auch so ein Merkmal, wie man es bei BILLY TALENT o.ä. findet. Bei der Musik fängt man an zu zappeln und wenn man auf den Text hört, kommt man ins Grübeln. Wobei man bei „Welcome To My Life“ nach über 2 Minuten Songdauer dann auch sagen muss: Okay, is gut jetzt, es ist angekommen.

Bei „Good Sign“ kommt mir der Gedanke, wie viel eigenwilliger LESS THAN JAKE klingen, als beispielsweise bei ihrem Hit „The Rest Of My Life“. Auch spannend, nachdem die meisten Bands ja eher die umgekehrte Entwicklung durchmachen - über die Jahre kommt der Weichspüler zum Einsatz. Offensichtlich nicht bei Allen!

„Years Of Living Dangerously“ und „Things Change“ beenden das Album mit ebenso tanzbaren wie locker-fluffig nebenbei hörbaren Melodien. Einerseits kann ich das durchaus wertschätzen, wenn man Musik nebenbei laufen lassen kann, wie das beruhigend-leise Plätschern von einer Wohnzimmerwasserwand (die Dinger sind schon geil), andererseits kann mich auch nichts so sehr in den Wahnsinn treiben wie belanglose Hintergrundgeräusche. Manchmal hängt man sich am Ticken einer Uhr auf, bis man sie aus dem Fenster werfen möchte - ebenso geht es mir mit Alben, die das „gewisse Etwas“ vermissen lassen. Wenn die Musik mich nicht vom Hocker haut oder einsaugt wie ein gigantischer Staubsauger, besteht immer das Risiko das es irgendwann nervt.
LESS THAN JAKE kratzen ein bisschen an dieser Grenze. Phasenweise die perfekte Untermalung, aber nicht immer.

Lieblingssong auf dem Album: „Whatever The Weather“



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lee (22.07.2017)

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