EZOO - Feeding the beast

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VÖ: 02.06.2017
Bandinfo: EZOO
Genre: Hard Rock
Label: earMusic
Lineup  |  Trackliste

Da ist er wieder – Graham Bonnet. Er bleibt sich mal wieder treu, indem er auf zahlreichen Hochzeiten tanzt, anstatt sich auf eine langfristige monogame Beziehung einzulassen.
Angefangen von THE MARBLES, über RAINBOW, die MICHAEL SCHENKER GROUP, ALCATRAZZ, BLACKTHORNE, IMPELLITTERI, bis sogar hin zu seinen sporadisch erscheinenden Soloalben, ist sein Schaffen durch Unbeständigkeit gekennzeichnet. Unruhig treibt er von einem Act zum anderen ohne irgendwo richtig sesshaft zu werden. Daran hat sich auch heute noch nichts geändert. Erst letztes Jahr erschien mit "The Book" das Debütalbum der GRAHAM BONNET BAND und 2017 wartet er zuerst mit dem Debüt von EZOO auf und kurz darauf dem ersten live Album der GRAHAM BONNET BAND ("Live… Here Comes The Night").

EZOO ist aber nicht nur Sänger Graham Bonnet, die andere zentrale Figur ist Gitarrist Dario Mollo. Der Name dürfte nicht jedem geläufig sein. Bekannt ist er vor allem für seine Zusammenarbeit mit Glenn Hughes (VOODOO HILL) und Tony Martin ("The Cage" Trilogie).
Pläne für ein gemeinsames Album wurden schon seit 2007 geschmiedet und seither auch an Ideen für Songs gebastelt. Wenn man das beachtet, klingt das Ergebnis auf "Feeding the Beast" nicht sehr beeindruckend.
Etwas enttäuschend ist vor allem, dass darauf wieder einmal zwei RAINBOW Coverversionen sind (wie auch schon auf der zweiten Disc von "The Book", die unter anderem auch diese Songs beinhaltete),  "Eyes Of The World" und "Since You've Been Gone", was doch etwas nervt. Man fragt sich schon, wer die unzähligste Coverversion von "Since You've Been Gone" braucht, denn Bonnet selbst tut sich damit keinen Gefallen sondern dokumentiert damit nur den allmählichen Verfall seiner Stimme, was ansonsten gar nicht auffallen würde, da er noch immer ein guter Vokalist ist, aber eben nicht mehr in Höchstform.

Mit "You Are Your Money" fängt das Album zwar gut an, aber was bereits hier auffiel, wird bei schwächeren Songs wie "Cest La Vie", "Cooler Than Cool" und "Don't Look Back" noch offensichtlicher. Die Songs klingen leblos und schal, was vor allem an der Rhythmussektion liegt. Die Drums sind langweilig und uninspiriert. Und der Bass? Zu sagen, dass er sich im Hintergrund hält, wäre eine Untertreibung. Das Problem liegt aber nicht nur auf musikalischer Ebene, auch im Mix gehen beide unter. Besonders traurig ist das bei eigentlich guten Songs wie "Guys From God", die so viel besser sein könnten wenn da bloß mehr Bums drinnenstecken würde. So hat man zwar Bonnets passablen Gesang und eine ziemlich starke Performance von Mollo an der Gitarre, aber der Gesamteindruck des Songs leidet stark darunter. Dasselbe gilt auch für "Motorbyke", das ein wirklich solider Rocker sein könnte, so aber nur okay ist. "Too High To Be Falling" verspricht zunäcst auch passabel zu sein, bis dann der schwache Refrain einsetzt.
Wiederholtes Anhören tut dem Album keinen Gefallen, es plätschert nur so mittelmäßig und unauffällig dahin. Der einzige Song, der an Profil gewinnt und sich als Hightlight von "Feeding The Beast" entpuppt, ist der über elf Minuten lange Titeltrack. Mit "Coda", dem zweiten instrumentalen Song (neben dem sehr kurzen "The Flight Of The Sapini", das nicht so mitreißend ist wie "The Flight Of The Bumblebee") endet das Album mit einem seiner stärksten Songs.

Zu "Guys From God" gibt es auch ein Lyricvideo, das visuell vom wenig prickelnden Albumcover inspiriert wurde.


Zwar ist es insgesamt kein schlechtes Hardrockalbum, aber dennoch hat "Feeding the Beast" große Schwächen. Falls es ein zweites EZOO Album geben sollte, sollte Dario Mollo (der auch als Produzent fungierte; Executive Producer war Giles Lavery) sich überlegen jemand anderes an das Mischpult zu lassen, dessen Gehör sich nicht nur auf Vocals und Gitarre konzentriert und dabei die anderen Parts vernachlässigt.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (07.10.2017)

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