BLOODCLOT - Up In Arms

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VÖ: 14.07.2017
Bandinfo: BLOODCLOT
Genre: Hardcore
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Das New York der 80er. Ein hartes Pflaster. Man denkt an besetzte Häuser, Polizeisirenen, Gegenden in denen das Gesetz der Straße schon mal über Leben und Tod entscheidet, Drogenexzesse und Gewalt. In dieser verklärt romantisieren Ära ist mit CRO-MAGS einer der wichtigsten NY-Hardcore Bands entstanden. Damals einer der ersten Brückenschläger zwischen Metal und Hardcore meldet sich CRO-MAGS Mastermind John Joseph alias BLOODCLOT mit seiner Supergroup zurück, die besser nicht besetzt sein könnte.

Mit Nick Oliveri (ex-QOTSA), Todd Youth (ex-MURPHY’S LAW, ex-DANZIG) und Joey Castillo (ex-QOTSA, ex-DANZIG) stehen da ordentliche Genregiganten im Booklet. Was dann doch überrascht: Obwohl die Herren längst nicht mehr als Jungspunde durchgehen (Durchschnittsalter: stolze 50) klingt “Up In Arms” dermaßen frisch und juvenil, da könnten auch ein paar Twenty-Somethings mit frisierten Haaren und Hummusbrot im Studio sitzen.

Die negative Energie um “Show No Mercy” und “Streetjustice” hat Joseph mittlerweile gegen Ironman, Veganismus, und, eh klar, Weltfrieden eingetauscht. Wer jetzt meint, das klingt doch nach Musik für Milchkaffee Bobos, hat BLOODCLOT noch nicht gehört.

Das Kollektiv ist politisch, aber nicht parteiisch. Es geht um Grassrot Politics. Gemeinsam was verändern. Jede/r ist zur Verantwortung zu ziehen und trotz der dampfenden Scheiße um Trump und Konsorten ist das Glas halb voll. Nimmt man sich Songs wie “Prayer” zu Herzen, will man nicht aufstehen und dem nächstbesten Voll-Sellner eins in die Goschen haun. Lieber sinnvoll für die eigenen Anliegen aktiv werden, auf die Straße gehen oder, sei’s drum, vielleicht auch einfach mal einen gescheiten Kommentar im Standard-Forum schreiben.

Auch abseits der Messages lässt sich mit “Up In Arms” was anfangen. Thrashige Ungetüme wie “Manic” kommen mit minimalistischem Riffing und gnadenloser Disharmonie daher. “Slow Kill Genocide” lässt die Herzen der Metalfraktion höher schlagen und ultrakurze Punk-Nummern wie “Kali” bieten Platz fürs Mitgrölen von Parolen.

Unser schlimmster Albtraum wird auf “Up in Arms” wahr. Von politisch zu philosophisch ist NY-Hardcore erwachsen geworden. Die gute Nachricht: mit BLOODCLOT funktioniert das großartig.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Eva Thalhammer (02.08.2017)

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