NECROPHOBIC - Pesta EP

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VÖ: 11.08.2017
Bandinfo: NECROPHOBIC
Genre: Black / Death Metal
Label: Century Media Records
Lineup  |  Trackliste

Neben Tod und Deibel ist auch der Schwarze Tod ein beliebtes Motiv in der Dunkelheimerszene, man denke etwa an 1349, die sich nach der Jahreszahl benannten, als die Pest die Bevölkerung Norwegens hinwegraffte. Völlig unerwartet betritt eine der unterbewertetsten Todes-Bands (neben etwa NAGLFAR) mit schwarzgetünchtem Antlitz wieder die Bühne. Betreten ist zu untertrieben, mit „Pesta“ kracht sie richtiggehend rauf. NECROPHOBIC haben für mich mit „Bloodhymns“ und „Death To All“ moderne Härtnerklassiker geschaffen (wer möchte, darf hier gern etwa "Hrimthursum" oder eines der ersten Alben einsetzen).

Und der (leider einzige!) neue Track „Pesta“ untermauert gleich eingangs, dass den Schweden während der doch recht langen künstlerischen Pause (die letzte Full-Length erschien 2013) nichts an präziser Tödlichkeit, spiritueller Kraft und lodernder Infernis abhanden gekommen ist. Anders Strokirk ist nach der unschönen Episode und dem folgenden Rausschmiss von ex-Sänger Tobias Sidegård wieder mit an Bord. „Wieder“ deshalb, weil der Gute bereits 1993 "The Nocturnal Silence" einröhrte und auch auf dieser 7“ Gift und Galle versprüht, zudem sind die – zwischenzeitlich mit BLACK TRIP ausgelasteten - Axthünen Sebastian Ramstedt und Johan Bergebäck nach der Trennung von UNLEASHED-Klampfer Fredrik Folkare wieder mit an Bord. Kein Fehler, wenn man auch wieder auf den Bühnen reüssieren will.

Besonders der Anfang von „Pesta“ lässt aufgrund der folkloristischen Züge an NOKTURNAL MORTUM denken, der anschließende Rest ist aber typisches NECROPHOBIC-Geholze, das wie Öl runterfließt und mit gewohnt geiler Gitarrenarbeit und feurig-zwingender Kompromisslosigkeit besticht. Der zweite „neue“ Track ist ein alter. „Slow Asphyxiation“ erblickte erstmals auf dem gleichnamigen Demo das Antlitz der dunklen Sonne und rockt in der soundmäßig amtlichen Neo-Version wie Hölle. Die „Pesta“-EP (eigentlich Single) ist ein Appetizer, der richtig, richtig Lust auf das (hoffentlich bald erscheinende) Langholz macht. Vom simplen wie effektiv-geilen Artwork gar nicht zu reden. Pflichttermin!



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (05.08.2017)

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