TIDES OF KHARON - Coins Upon Our Eyes - EP

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VÖ: 21.07.2017
Bandinfo: TIDES OF KHARON
Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

TIDES OF KHARON kommen aus der Heimat von Stampede Wrestling, der Hart-Familie und Lance Storm. Und spielen melodiösen Death Metal der alten Schule mit zeitgenössischem Sound. Textlich befasst man sich, wie der Name schon erahnen lässt, mit der griechischen Mythology. Warum auch nicht, gemeuchelt wurde schon ausgiebig im Metal of the Death und auch andere Death Metaller haben sich schon mit Mythologien und Themen fernab der Innereien frühzeitig Verschiedener beschäftigt. 

"Coins Upon Our Eyes" ist das Debüt der fünf Knaben (überraschenderweise keiner mit lockigem Haar), ganz genau die Debüt-EP. Vier Songs mit über 20 Minuten Spielzeit, modernem, leicht plastikladigem Sound und angecoreten Vocals. Schockschwerenot, meint da Fenriz (nehme ich an), aber so schlimm ist es dann doch nicht. Klar, die Bass-Drums klingen wie das Semifinale der Tischtennis-WM, aber es soll Leute geben, denen das gefällt.

TIDES OF KHARON gibt es seit 2014 und gegründet wurden sie von den drei Rehman-Brüdern mit dem Anliegen, einfach ein paar Liveshows in der Edmontoner Szene zu spielen. Geworden sind es deren mehrere und eben die vorliegende EP.

Laut Band handelt es sich bei diesem Produkt um den Höhepunkt ihrer bisherigen Zusammenarbeit, die Jahre des zusammen Spielens und Komponierens. Man hat sich ein wenig an die schwedische Melo-Death Szene angelehnt, alte IN FLAMES, würden sie einen modernern Sound haben, kommen in den Sinn. Auch durch die immer wieder durchklingenden Harmony-Gitarren. Textlich wurde wie schon erwähnt ein griechisch-mythologisches Setting gewählt. So wird, Charon, der Fährmann, besungen, Medusa proaktiv beschlafen und Orpheus bei seinem eher erratischen Heimweg begleitet. Abschließend wird mediterran in Begleitung des Kriesgottes Ares gemeuchelt. Ein wenig zumindest.

Am besten sind die Kanadier immer, wenn sie es nicht auf Teufel komm raus hart machen, sondern schöne Harmonien evozieren, wie gegen Ende des Openers, dem Beginn von "From Medusa´s Throne" und in der Mitte von "Winter War". Selbiger Song ist für mich auch der Höhepunkt der EP, da kommt alter Göteborger Stahl hoch und lässt in der guten alten Zeit schwelgen.

TIDES OF KHARONs Erstling "Coins Upon Our Eyes" ist ein durchaus hörenswertes Erstlingswerk, das mit einem starken Songwriting aufwarten kann, einem sehr geilen Artwork und einer druckvollen - wenn auch ein klein wenig zu modernen - Produktion.

Laut eigenen Aussagen gibt es bereits mehrere fertige Songs in der Schublade, wir dürfen uns also in Bälde über einen Release in Volllänge freuen. 

Na dann, bezahlt den Fährmann und macht euch an die Arbeit!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (14.08.2017)

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