DAWN OF DISEASE - Ascension Gate

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VÖ: 11.08.2017
Bandinfo: DAWN OF DISEASE
Genre: Death Metal
Label: Napalm Records
Lineup  |  Trackliste

In der New Wave of German Old-School Death Metal (NWoGOSDM) sind DAWN OF DISEASE eine der erfolgreichsten Bands. Die Osnabrücker riffen, blasten und growlen sich seit 2003 frisch und unbekümmert durch die frühen, im Rückblick verklärten Jahre des Death Metal skandinavischer Schule.

Das hat bei den letzten Alben – dem 2012er „Crypts Of The Unrotten“ und dem 2016er „Worship The Grave“ mit leichten Abstrichen sehr gut geklappt, was den Jungs einen Deal mit Napalm Records eingebracht hat. Auf diesen Platten wurde so ziemlich alles zwischen GRAVE, DISMEMBER, UNLEASHED, ENTOMBED und AT THE GATES durch den tödlichen Fleischwolf gedreht.

Auf „Ascension Gate“ sind diesmal vor allem frühe IN FLAMES und AMON AMARTH zur Verwurstung dran. Nach dem eher gemächlichen Anfangstrack „Passage“, der lange Zeit aufgebaut wird und wo die Vocals erst am Ende auftauchen, kommt mit „Perimortal“ die erste Verneigung vor den Wikinger-Kriegern von AMON AMARTH. Auch das starke, abwechslungsreiche „Fleshless Journey“ oder „Lucid“ schlagen in die gleiche Kerbe.

Andere Tracks wie „Beneath The Waters“ hätten wiederum genauso gut auf dem Klassiker „The Jester Race“ von IN FLAMES Platz gefunden.

Mit dem Mix an legendären Vorbildern kann ja eigentlich nichts schief gehen, würde man meinen. Leider schaffen es aber DAWN OF DISEASE im Gegensatz zu den Vorgängern nicht, aus der Verehrung für die großen Vorbilder starke, eigenständige Songs zu machen. Gerade die erste Hälfte des Albums ist eher unscheinbar (bis auf „Leprous Thoughts“, das mit eingängigem Refrain punktet, oder „Beneath The Waters“), erst gegen Ende (mit „Fleshless Journey“, „The Growing Emptiness“ und dem lässigen Schlusspunkt „Mundus Inversus“) kommt Leben in das Ganze. Dazu fühlt sich „Ascension Gate“ auch im Vergleich zu den Vorgängern etwas brustschwach an, bis auf wenige Ausnahmen fehlt hier einfach die brachiale Gewalt, die etwa „Worship The Grave“ ausgezeichnet hat.

Auch die Gitarrensoli klingen eher nach Nachwuchsgitarrist als nach Profimusiker, nachzuhören bei „Perimortal“ oder „Ascension Gate“. Für Leads zu wenig eingängig, für Soli zu wenig technisch – da ist noch einiges an Potential drin.

In Summe hätte man sich also von „Ascension Gate“ mehr erwartet. Dafür wird man erinnert, wie geil die alten Scheiben vor zwanzig Jahren doch waren – ich gehe jetzt meine „The Jester Race“-Kassette suchen…



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (16.08.2017)

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