QUIET RIOT - Road Rage

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VÖ: 04.08.2017
Bandinfo: QUIET RIOT
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Stand vor kurzem noch der Live-Doppeldecker „2 Live Biscuits - 2 Live Radio Shows At The King Biscuit Flower Hour 1983 & 1984“ zur Besprechung (inklusive eines Abrisses über die Frühjahre und Erfolge der Band im pulsierenden Hardrock-Amerika der Achtziger) an, so folgt ein Jahr später bereits ein neues Studioalbum. „Wunder oh Wunder“ (wie man so schön sagt) erscheint „Road Rage“ beim Genre-Primus Frontiers Records, auf diesen Seiten bereits des Öfteren als DIE Anlaufstelle unserer Tage für Poser/Hardrock/AOR etc. vorgestellt. Und mit der Verpflichtung der Combo von Drummer und Urmitglied Frankie Banali sollte das italienische Label seinen guten Ruf nicht wirklich beschädigen.

Der Mann, der die Stimmbänder auf dem neuen Album vibrieren lässt, macht ebenfalls einen ansprechenden Job. An dem Platz, an dem zuletzt noch LOVE/HATE-Mainman Jizzy Pearl das Mikro bediente, hat nun ein frisch Gefangener namens James Durbin übernommen. Er repräsentiert mit seinen 28 Lenzen im Vergleich zu seinen Mitstreitern das Küken in der Runde, der die (Alt-)Hardrocker aber zu neuen Höhenflügen führen soll. Nettes Detail am Rande: der Neue hat die zehnte Staffel von „American Idol“ als Viertplatzierter beendet.

„Road Rage“ schlägt zwar eine Brücke zur zitierten Hochzeit dieses Sounds, klingt aber keineswegs altbacken, sondern ist im Hier und Heute verhaftet. Erdige und erfrischend bodenständige, ja hemdsärmlige Tracks wie der nach vorne marschierende Hardrocker "Can't Get Enough" haben den nötigen Dreck unter den Fingernägeln und bezeugen das Vermögen des Vierers, Titel zu schreiben, die „etwas können“ und irgendwo zwischen GREAT WHITE, KINGDOM COME („Still Wild“) und L.A. GUNS anzusiedeln sind.

Songs wie „Renegades“ oder das ruhigere „The Road“ verströmen die Aura der Erfahrung und des Könnens, können den Hardrock-Aficionados jedenfalls empfohlen werden und tendieren auch mal mehr in Richtung LED ZEPPELIN (etwa „Getaway“ oder „Roll This Joint“) oder auch BLACK CROWES („Shame“). Gut ausgewählt die im Vorfeld veröffentlichten Tracks wie das geile „Freak Flag“, das als Highlight (wie auch das sich im Ohr festsetzende „Wasted“) mit seiner klassischen Achtziger-Melodieführung überzeugt. Für Mittelmaß wie „Make A Way“ versöhnt das gelungene „Knock Em Down“ am Albumende.

Einzig die Produktion (aus den Händen von Drummer Frankie Banali) ist doch ein wenig dünn geraten, dies tut der Güte des Albums zwar keinen Abbruch, ein zusätzlicher Punch würde dem gelungenen Album aber einen zusätzlichen Kick verpassen. Das Gesicht von QUIET RIOT ist nach dem Ableben von Sänger Kevin DuBrow naturgemäß ein anderes, das wird jedem Bandkenner sehr wohl bewusst sein, dennoch ist vorliegender Relaunch als gelungen, wenn auch nicht überragend zu bezeichnen. Es bleibt den 80er-Survivors zu wünschen, dass sich auch die nachwachsenden Generationen vermehrt für diese Art von Sound begeistern können und dass Band wie QUIET RIOT nicht nur auf den einschlägigen und meist hochkarätig besetzten Genre-Festivals reüssieren können.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (17.08.2017)

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