DEAD LORD - In Ignorance We Trust

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VÖ: 25.08.2017
Bandinfo: DEAD LORD
Genre: Classic Rock
Label: Century Media Records
Lineup  |  Trackliste

Wer Phil Lynott nie etwas abgewinnen konnte, der wird auch mit DEAD LORD wenig anfangen können. Wer sich jetzt fragt, wer denn der Gute so sei, der bekommt mit den Schweden eine zeitgemäße Chance, die tollen THIN LIZZY neu zu entdecken. Idealerweise gräbt man in der Vergangenheit und entdeckt zuerst das Original und die ganze Riege an (Seventies-)Hardrockern a la UFO/SCORPIONS, die dank geiler Combos wie BLACK TRIP & Co. seit geraumer Zeit ein kleines Revival erleben. Folgerichtig schlagen etwa „Too Late“ und „Reruns“ sowohl in Sachen Gitarrenarbeit als auch legerer Lässigkeit in genau die oben genannte THIN LIZZY-Kerbe.

Wo allerdings NIGHT DEMON etc. auch die metallischere MAIDEN-Schiene bedienen, bleiben die Schweden DEAD LORD dem klassisch orientierten, warmen Classic (Hard-)Rock-Sound voller Harmonien treu. „Ignorance“ geht eingangs gut ins Ohr und auch der Schlußtrack „Darker Times“ kann viel. Dazwischen mischt sich aber auch der eine oder andere gesichtlose Track („The Glitch“) und auch „They!“ tönt einigermaßen zahnlos. Klar kann man sich der Wärme und Authentizität der blau-gelben Rocker hingeben („Kill Them All“) und Tracks wie die balladesk-ruhigen „Leave Me Be“ oder „Part Of Me“ genießen. Aber auch am Organ von Sänger Hakim Krim könnten sich die Geister scheiden. Ein wenig kaputt klingt seine Stimme, hebt die Band aber genau deswegen von vielen ihrer Mitbewerber ab. Wie immer Geschmacksache.

Man kann DEAD LORD mögen, muss man aber natürlich nicht, live haben sich DEAD LORD jedenfalls empfohlen, auf Tonträger vermögen sie zumindest mit „In Ignorance We Trust“ nicht zu überzeugen. Selbst wenn man sie nicht als Classic/Vintage-Kopie abtut und sich nicht an Hakims Organ stößt, muss man doch einen Mangel an Spritzigkeit, Bissigkeit und Inspiration trotz der Vollbedienung mit wohlmundenden Melodien und Harmonien attestieren. Ein paar Kratzer im Lack haben die Classic Rocker DEAD LORD schon abbekommen, sie könnten ruhig etwas energetischer und beherzter an ihr Tagwerk rangehen und nicht mit „Never Die“ den dritten ruhigen Track zu präsentieren.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (22.08.2017)

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