THRESHOLD - Legends Of The Shires

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VÖ: 08.09.2017
Bandinfo: THRESHOLD
Genre: Progressive Metal
Label: Nuclear Blast Records
Lineup  |  Trackliste

Die Briten haben einen Stein bei mir im Brett. Warum? Weil sie den Spagat zwischen anspruchsvollerem Musizieren, amtlichem Metalbrett und toller Melodieführung scheinbar blind meistern, dies seit nunmehr fast drei Dekaden. Für mich eine perfekte Schnittmenge, für so manchen Progger zu „Metal“, für Metaller wiederum zu „Prog“. Vor „Legend Of The Shires“ ging ein Aufschrei durch die Community, da Langzeitsänger und für viele (neben Mastermind Karl Groom) auch Identifikationsfigur Damian Wilson die Band verließ bzw. verlassen musste. Vor kurzem noch mit einer tollen gesanglichen wie showtechnischen Performance (samt Livedokument) überzeugend, nun im Abseits. Im Handumdrehen hatte man jedoch Glynn Morgan zur Hand, der für die Band bereits „Psychedelicatessen“ (1994) für die Band einsang.

Dass beide Sänger wohl über alle fachlichen Zweifel erhaben sind, muss nicht extra festgehalten werden. Wer nun der bessere THRESHOLD-Sänger sei, wurde und wird wohl noch länger heiß diskutiertes Sujet in den einschlägigen Foren sein, wird allerdings nichts an dem geschaffenen Fakt ändern, dass Morgan der neue Stimmakrobat ist und seinen Job mächtig gut erledigt. Egal wie hart oder zart der Fünfer zu Werke geht, das Songmaterial besticht in jeder Gefühlslage. Für ersteres sind knackige Fetzer wie der Opener „Small Dark Lines“ oder das überragende „Trust The Process“ am Start, für die eher gechillten Minuten hat der Fünfer auch den Soundtrack am Start. „Stars And Satellites“, „State Of Independence“ und die „The Shire“-Parts bieten kleine Ohr-Entspannungs-Oasen inmitten des Metals und Musizierens.

Mal songorientierter („Snowblind“, „Superior Machine“, „State Of Independence“), mal melodiebetonter „Subliminal Freeways“ klingt das Album, dessen Auskoppelung „Lost In Translation“ den Hörer schon vorab in andere Gefilde entführte und auf das Album (auf dem die Briten auch hemmungsloser aufgeigen können wie etwa auf dem fast zwölfminütigen „The Man Who Saw Through Time“) einstimmte, bevor uns das auf Höhenflüge mitnehmende „Swallowed“ endgültig aus dem „Shire“ rauswirft. Wilson-Fans werden natürlich ihrem THRESHOLD-Sänger nachtrauern, objektiv betrachtet macht Morgan aber einen gewaltigen Job und bringt die Stimmbänder mächtig in Schwingung. „Legends Of The Shire“ selbst zeigt die Band in einer kreativen Hochphase des Schaffens und besticht mit der gesamten Bandbreite des Könnens der Briten, die auf "Legends Of The Shires" mit 82 Minuten feinsten Prog-angehauchten „Thresh Metals“ bestechen!




Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (06.09.2017)

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