SILIUS - Hell Awakening

Artikel-Bild
VÖ: 01.09.2017
Bandinfo: SILIUS
Genre: Thrash Metal
Label: Massacre Records
Lineup  |  Trackliste

Metal stirbt! Ja, er stirbt seit Jahren an Innovationslosigkeit, kommerzieller Ausschlachtung und langweiligen Garagenbands, die von der Trve-Kult-Elite als der lässige, heiße Scheiß gehypt werden, obwohl sie generell nur die üblichen fünf Standard IRON MAIDEN- und JUDAS PRIEST-Riffs auf ihren, von Mama finanzierten, Klampfen imitieren – und das zumeist in unhörbarer grauenhafter, an aurikulärer Vergewaltigung (OMG, voll das böse Anti-Feminismus-Anti-Gender-Wort!) grenzender Qualität. Die sogenannte „Fachpresse“ und ihre Ausgeburt an intellektuell unterentwickelten Geschreibsl-produzierenden Pseudoliteraten (Höhö, ich hab einen Laptop und einen Internetanschluss, ich schreib jetzt Kritiken! Aber vorher hau ich mir noch genüsslich mit diesem Gummihammer auf meinen Frontallappen!), deren Wortschatz und kulturelle Bildung nicht weiter als über ihr mit 1980er Heavy Metal-Platten vollgestopftes Plattenregal, das mittlerweilen gegen Streamingdienste getauscht wurde (Pssst! Nicht so laut! Credibility!) und dem Genuss der Lokalzeitung hinausgeht, jubelt den Kaffeesatz des kulturellen Betriebes hinauf zu den Himmelspforten, erschafft somit die Hegemonie der Belanglosigkeit, um sich selbst und ihr eigenes Weltbild in vermeintlicher Glanz und Gloria leuchten zu sehen – und genau deswegen ist Metal im scheintoten Stadium! Der Entwicklung werden Szene-interne Grenzen auferlegt, die jede Innovation im Keim ersticken, und die braven Schäfchen der großinquisitorischen Dogmen des Kritikertums werden mit unverdienter Ehrerbietung überschüttet, während die wahren Perlen in der Versenkung verschwinden. Nicht so die Tiroler Groove-Thrash-Metal-Maschine SILIUS, deren quantitative und qualitative Entwicklung von meiner caniden Existenz, seit ihrem Debüt-Auftritt auf den Brettern des alten Landecker Lichtspielhauses im Jahre 2014 anno Domini, aktiv verfolgt wird und der mit nun vorliegendem Debütalbum „Hell Awakening“ im Vergleich zum 2015er „DEMOn“ (zum Exorzismus – friss Weihrauch, du besessenes Weib, zurück an den Herd mit dir!) der Sprung vom ambitionierten, talentierten, von der ersten Minute an sympathischen und tollwütig wadlbeißerischen Garagenkrawallkommando zum ernstzunehmenden Qualitätsgeschoss gelungen ist, welches sich nicht den oben genannten Dogmen unterwirft und, gelinde gesagt, einfach auf alles und jeden scheißt, der SILIUS für zu untrve oder so gar nicht elitär genug für die Credibility-verseuchte Metalszene hält.

Dem Coolness-geschwängerten alpenländischen Riff-Monster ist es grundsätzlich wurscht, ob sie nun nach PANTERA, EXODUS, OVERKILL oder MOTÖRHEAD klingen – Heldenverehrung ja, aber diese wird nicht zur einzigen Maxime im Notengewand des Landecker Fünfers, so trägt man den intonierten Spirit dessen, was man landläuflig als Heavy Metal Grundessenz bezeichnet, in seine eigenständige Interpretation der metallischen Subkultur, ohne sich dabei Grenzen aufzwingen zu lassen, welche durch den gerade als en vogue geltenden Trend im eingeschworenen „Inner Circle“ der heiligen Stahlfaltigkeit als Erlösung einer steckengebliebenen Szene verherrlicht wird. SILIUS greifen vielmehr auf ihre eigene Kreativität zurück, welche sie mit Aggression, der Ursehnsucht der Menschheit sich selbst in künstlerischer Aktivität zu verewigen und dem bandinternen vereinenden Verlangen nach drückenden Riffs und auf Vorschriften mit dem erhobenen Mittelfinger zu reagieren kombinieren. So erschafft man knüppelharte Moshpitbegattungswalzer, deren Kernbotschaft sich auf ein simples aber herzhaftes „Fuck you all!“ reduzieren lässt – und das ganze kredenzt mit der wohl ausgefeiltesten Sologitarrenfickerei im Heiligen Land, seitdem Andi Hofer ein Bart gesproßen ist. Dass einem somit Kauleistentreter wie „Seven Demons“, „War Planet“ oder „Anger Management“ den Kadaver einmal quer durchs Inntal treten, dürfte wohl kaum überraschend sein, jedoch darf man sich in Ehrfurcht verneigen, wie es die Krawallfetischisten mit dem lieblich debilen Oberländer-Dialekt (Bussi, Bussi die Herren!) geschafft haben, sich in kürzester Zeit auf vorliegendes Niveau, dessen Messlatte wohl momentan in heimischen Gefilden nur unsere Lieblings-Weirdos von INSANITY ALERT halten, zu preschen – SILIUS haben es endgültig geschafft sich in die Krawall-A-Liga zu katapultieren und „Hell Awakening“ zeugt davon, dass Heavy Metal auch heute noch Spaß machen kann und darf und nicht im Credibility-Sumpf dahinvegetieren muss! And now start a fuckin war, motherfuckers!

Lobotomie-Empfehlung:
- Seven Demons
- War Planet
- Anger Management

Stormbringer hat übrigens die Jungs von SILIUS gemeinsam mit OvelandRocks im Proberaum besucht und eiuner ausführlichen Befragung unterzogen (hier geht's zu Teil 1 und Teil 2)!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (27.08.2017)

WERBUNG: Hard
WERBUNG: Rockhouse Bar