SERIOUS BLACK - Magic

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VÖ: 25.08.2017
Bandinfo: SERIOUS BLACK
Genre: Melodic Power Metal
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste

Wie lange ist es schon her, dass sich eine Handvoll gestandener Musiker zu einer Band zusammenschloss, um mit ihrem Debütalbum ein ordentliches Blätterrauschen im Walde des melodischen Powermetals zu erzeugen? Was, erst zweieinhalb Jahre seit dem Debüt "As Daylight Breaks"? Kaum zu glauben, dass SERIOUS BLACK erst diese kurze Zeitspanne als Band existieren und nun dennoch bereits mit ihrem dritten Album beim hiesigen Rezensenten auf der Matte stehen. Initiator Mario Lochert (Bass) scheint da mit seinen Kollegen in eine äußerst lebhaft sprudelnde Quelle der Kreativität gestochen zu haben, die nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ durchgängig hochwertigen Output liefert.

Und hier stehen wir nun und halten mit dem schlichten aber vielsagenden Titel „Magic“ das dritte Studiowerk der Allstar-Band in Händen, bereit, uns auf ein Neues verohrwurmen zu lassen. Denn wenn SERIOUS BLACK für eines steht, dann für Qualität im Melodic Power Metal. Entsprechend sind die Erwartungen an „Magic“ hoch, was die Truppe keineswegs zu stören scheint, angesichts des mit gleich 14 neuen Titeln vollgestopften Albums.

Bekritelte man auf dem Vorgänger „Mirrorworld“ noch die eher poppig geratene Produktion, lässt „Magic“ vom Fleck weg keine Zweifel mehr daran, dass es sich hier um eine Metal-Band handelt. Zwar ist der Mix gefühlt wieder etwas höhenlastig ausgefallen, doch gerade im Gitarrenbereich wurde die Schraube ein wenig angezogen, sodass das Album auch ansprechenden Druck zu entwickeln vermag. Analog dazu graben sich die zahlreichen Ohrwürmer des Albums so tief in die Gehörgänge, dass man so manchen Titel kaum noch aus dem Schädel geschüttelt bekommt. Exemplarisch seien hier der lässige Über-Ohrwurm „Mr. Nightmist“ genannt, aber auch „Now You'll Never Know“ vermag sich recht nachhaltig im Ohr einzunisten. Gut, bei „I Can Do Magic“ hat man vielleicht doch ein Stückchen zu tief in den Honigtopf gegriffen, sosehr klebrig präsentiert sich der ultra-cheesy Refrain.

In den zahlreichen eingängigen Titeln tummeln sich so manche musikalische und kompositorische Schmankerl „The Witch Of Caldwell Town“ beispielsweise, gewinnt nicht nur die Geschwindigkeitswertung des Albums, sondern wartet überdies auch noch mit herrlicher Gitarrenakrobatik auf. Die tiefsten Marken in der Gehirnrinde hinterlässt aber zweifellos der Brecher „Skeletons On Parade“, der nicht ganz zufällig das längste Teilstück von „Magic“ beansprucht – dramatischer Aufbau, sattes, unheilvolles Riffing, perfekt ins Ohr gehender Refrain und furiose Soloduelle zwischen Gitarre und Keyboard liefern den Zündstoff für ein gesangliches Feuerwerk von Urban Breed, der in diesem Titel wirklich alle Register zieht. Der Titeltrack „Serious Black Magic“ (man kommt nicht umhin, dieses wunderbare Bandname-Albumtitel-Songtitel Worddropping mit einem Schmunzeln zu würdigen!) steckt in dieser Hinsicht um keinen Deut zurück, kann er den Hörer doch mit ungewöhnlich strukturiertem, aber wirkungsvollem Refrain abholen.

Ob SERIOUS BLACK nun breitwandig zu Werke gehen („Burn! Witches Burn!“, „Just Kill Me“) oder im eingängigen Uptempo-Fahrwasser fischen („Binary Magic“, „Newfound Freedom“), auf „Magic“ ist kein einziger Ausfall zu verorten. Wohl aber die ein oder andere Überraschung, wie bei „True Love Is Blind“, bei dem man anhand des Titels eher eine Ballade erwartet hätte. Der Song schmeichelt sich in Ohren und Herzen des Konsumenten, kommt aber dabei mit ansprechenden Gitarrenklängen um die Ecke. Mit „One Final Song“ scheint man die Quotenballade am Ende der Platte angetackert zu haben – doch der Titel ist trotz balladeskem Klavierbeginn soviel mehr als ein schnödes Schunkelstück, baut er sich doch mit opulentem, von Streichern akzentuiertem Mittelteil auf, bis hin zu einem wieder von E-Gitarren unterstützten Schlusspart, der ein perfektes Ausrufezeichen unter das Album setzt.

Können drei Alben in so kurzer Zeit gutgehen? Die Antwort im Falle von SERIOUS BLACK lautet: Ja! Wenn ein erneut entfesselter Urban Breed einem bereits musikalisch hochklassigen Album noch seinen nachdrücklichen Stempel aufzudrücken weiß, dann sollte selbst dem letzten Nörgler klar sein, dass hier mit musikalischer Klasse und Spaß gleichermaßen zu Werke gegangen wird. Auch „Magic“ braucht wieder ein paar Durchläufe, zündet aber weitaus schneller und nachhaltiger als die beiden Vorgängerwerke, was nicht nur den zahlreichen eingängigen Ohrwürmern geschuldet ist. Zugrunde liegt dem Album übrigens eine durchgängige, von Sänger Urban Breed erdachte Story, über deren Details ihr im Prelistening-Special des Albums mehr erfahren könnt. Zum Drüberstreuen wurde für die limitierte Boxset-Edition des neuen Rundlings, nebst ebenfalls enthaltener Live-CD, mal eben auch noch ein komplettes Akustik-Album aufgenommen. Genügend neues Futter also, für die Freunde der melodischen Klänge!
 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (25.08.2017)

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