GODEX - The Heart Collector

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VÖ: 00.00.2017
Bandinfo: GODEX
Genre: Gothic Rock
Label: Woodhouse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Manche Dinge bleiben gleich, auch wenn sich die Band ändert. Der Gesang von Sänger und Songwriter Tommy Tom vermittelt, wie schon bei seiner Vorgängerformation THORAH, das Gefühl, als würde eine klangliche Vermischung von Ville Vallo (HIM) und Jyrki 69 (THE 69 EYES) aus den Lautsprechern hageln. Die musikalischen Ähnlichkeiten besonders zu HIM sind merklich da. Und dennoch: GODEX haben mit ihrem mittlerweile vierten Album ein eindrückliches Werk geschaffen. Es lief bei mir für einige Wochen durch die Gehörgänge, um möglichst viele Nuancen erlauschen zu können.

Der „Prologue“ macht Lust auf das Album. Stimmungsvolle Streicher, leicht untermalt von Synthie-Sounds. Ich fühle mich so, als würde ich an einem Herbstabend eine Allee entlanggehen und das Laub unter meinen Füßen rascheln hören. Was hier schon begann, wird mit dem zweiten Song fortgesetzt. Dieser ist zugleich der Titelsong. Die Rede ist von „The Heart Collector“. Auch hier finden sich Streicher, die dem Track eine Prise des Episch-Symphonischen verleihen.

Besonders sei auf den vierten Song hingewiesen. Dieser trägt den Titel „Glory, Glitter and Gold“. Gitarre, Bass und Schlagzeug werden im Chorus durch etwas ergänzt, was nach einem Triangel klingt. Der Beat lädt zum Mitnicken ein und bereitet stimmungsmäßig einen Oh-Was-ist-das-jetzt-Effekt vor, wenn plötzlich ein gesprochener Einschub vor dem letzten Chorus auftaucht.

Auch der achte Song,  „Burning Inside“, ist meines Erachtens einer der auffälligeren Titel des Albums. Was anfänglich an die Bass-Sounds von Lucretia My Reflection von THE SISTERS OF MERCY und an das Schlagzeug von „Bloodlust“ (JYRKI 69) erinnert, weist doch einen ganz eigenen Charme auf. Durch das Gitarren-Riff zu Beginn des Liedes fühle ich mich ein wenig in die Zeit von BAUHAUS zurückversetzt. Denn was da auf den geneigten Hörenden einprasselt, kling schon etwas wie „Sanity Assasin“, zumindest was die Gitarre anbelangt.

Insgesamt stellt sich beim Hören ein Gefühl des Angekommen-Seins ein. Ein rundes Album mit schönen Stimmungen, welche vom Sphärisch-Nebulösen über Lagerfeuerromantik bis fast zum Sonnenuntergang in einem Roadmovie reichen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (24.09.2017)

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