OHRENFEINDT - Zwei Fäuste für Rock''n'Roll

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VÖ: 23.06.2017
Bandinfo: OHRENFEINDT
Genre: Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Man stelle sich vor: Ein Samstagnachmittag im August, irgendwo in einem Schrebergarten. Die Sonne scheint auf be-Kutte-te Bäuche, das Bier liegt in der mit Eis gefüllten Schubkarre und das Grillgut schmurgelt vor sich hin… Fehlt nur noch der passende Soundtrack… Da zerschneiden Stromgitarren und eine fauchende Reibeisen-Stimme die Idylle: "Deine Muddeeeeeer…", so klingt die Kampfansage aus den Lautsprechern. Willkommen im neusten Album "Zwei Fäuste für Rock’n'Roll" von OHRENFEINDT, der Hamburger Version von AC/DC (sie können’s wahrscheinlich nicht mehr hören).

"Deine Mudder Singt Bei Lordi" bildet den Auftakt zum zwölf Titel langen Werk und setzt schon die Richtung, in die dieser musikalische Trip geht. Schnörkelloser Rock mit einfachen, jedoch eingängigen Akkorden, gepaart mit witz^igen Lyrics, direkt aus dem Alltag gegriffen, gespickt mit einer Prise Absurdität und geliefert mit einem großen Augenzwinkern.

Sei es nun das bereits erwähnte "Dein Mudder Singt Bei Lordi" , das von nörgelnden Müttern handelt, oder das zackige "So Nicht" über diese Typen, die sich immer als die Ersten vordrängeln. Mit "Zu Früh" kann sich jeder identifizieren, der morgens nicht in die Pötte kommt. "Der Wecker ist ein Uhrensohn" ist dabei so ein wunderbares Wortspiel.

Aber es geht auch sentimentaler. "Irgendwann" befasst sich mit dem Verlust einer geliebten Person: ein Song, der das Thema Trauer optimistisch mit einem Up-Beat Refrain verarbeitet. Bei "Koks Und Noten" hatte ich zuallererst einen Freud’schen Verhörer. Ich dachte der Track handelte - dem Rock’nRoll-Klischee entsprechend - von Rauschgift und leichten Mädchen, bis dann doch klar wurde, dass es um Brennstoff und Musik geht. Gewollter Effekt oder vermindertes Hörvermögen der Rezensentin? Man weiß es nicht.

Alles in allem ist "Zwei Fäuste Für Rock’nRoll" ein Album, das Geschichten erzählt, das gute Laune macht, der perfekte Soundtrack für die anfangs erwähnte Gartenparty. Die Produktion verlässt sich auf Altbewährtes, fühlt sich an wie ein Paar vertraute musikalische Pantoffeln. Da verzeiht man auch das unverschämte Klauen des AC/DC Riffs von "Back In Black" bei "Dreh Dein Radio Auf". Die Jungs aus St. Pauli haben nach wie vor Eier und weigern sich stetig so richtig erwachsen zu werden. Party on, guys!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (26.08.2017)

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