DHARK - Lessons in Dharkness

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VÖ: 01.07.2017
Bandinfo: DHARK
Genre: Experimental Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

„Irgend so eine österreichische, vollkommen unbekannte Band, die wir eh nicht haben wollen, weil sie wahrscheinlich eh voll scheiße ist.“ Wir erinnern uns an dieser Stelle an den bereits zur Legende gewordenen Sager einer Ö3-Moderatorin, der einen Shitstorm sondergleichen entfachte – und der, so nebenbei erwähnt, in diesem Rezensenten den Wunsch erweckte, sich noch intensiver mit ebenjenen „österreichischen, vollkommen unbekannten Bands“ zu beschäftigen. So kam es zu zahllosen Artikeln über heimische Bands und der inzwischen bereits ziemlich umfangreichen „Underground von Unten“-Reihe, in der auch DHARK im Vorjahr vorgestellt wurden und in der Folge mit ihrem Album „Darkness Amplified“ punkten konnten.

Ein Jahr später gibt es DHARK mit „Lessons in Dharkness“ nun auch in audiovisueller Form, in Gestalt eines kompletten Konzertmitschnittes, den ihr euch auf YouTube ansehen (untenstehend eingebunden) und auf Bandcamp downloaden könnt sogar für lau, aber lasst den Herren trotzdem ein paar Euronen da, denn es zahlt sich wirklich aus! Warum, das erfahrt ihr hier...

Denn – ganz ehrlich so manche DVD weitaus bekannterer Bands ist technisch schlechter und schludriger produziert als die Konzertaufnahme, die uns DHARK da um die Ohren watschen. Dass hier mit professioneller Unterstützung gearbeitet wurde, merkt man deutlich. Klarer, druckvoller Sound, ausgewogenes Bild und harmonische Übergänge legen ein Zeugnis davon ab, dass man im Hause DHARK nur mit dem Besten zufrieden ist.

Düster ist das Bild und düster sind die Visionen, die DHARK mit ihren intensiven Klängen heraufbeschwören. Schwere, schneidende Riffs graben sich ins Gehirn, wühlen in den Schlingen des Denkapparates und hinterlassen tiefe Marken in den grauen Zellen. War bereits „Darkness Amplified“ mit seiner dichten Atmosphäre und seinem stimmungsvollen, fordernden Liedgut beeindruckend, so legen die Wiener live noch einmal ordentlich obendrauf. Die Emotionen und die finstere Energie, die hier auf den Hörer einschlagen, katapultieren einen ohne Umschweife in ein brutales und dennoch zerbrechliches Universum aus Tönen. Passend gleiten die Songs live ineinander über, keine Pausen oder überflüssige Ansagen stören die Magie des Augenblicks, der Seher und Hörer wird von dem intensiven Soundkoloss über die gesamte Spielzeit hinweg gefesselt. DHARK geben uns wahrlich eine Lektion, wie sich vertonte Dunkelheit anfühlen mag.

Wie schon auf dem Album fällt es auch auf „Lessons In Dharkness“ schwer, einzelne Songs herauszuheben, da sich die Performance auf konstant hohem Level bewegt. Jedoch können sich vor allem der unfassbar dichte Opener „Craving“ sowie die kraftvolle Gesangsleistung in „Ruins Of The New“ hervortun und auch „The Speed Of Dark“, in denen Musiker und Instrumente zum Schluss noch einmal wahrhaft zu verschmelzen scheinen, bleibt nachhaltig im Gedächtnis haften. Mit „Rome“ gibt es überdies noch einen Titel zu hören, der auf dem Album nicht enthalten war und der vor allem mit fesselndem Spannungsbogen und seinem gekonnten Spiel mit den Vocals der beiden Saitenhexer bestechen kann.

Klar, easy listening ist DHARK auch live nicht, doch dafür wird man nicht nur mit einer hochklassigen, abwechslungsreichen und höchst stimmigen Darbietung belohnt, bei der bis zum authentischen Stageacting wirklich alles passt, sondern auch mit einer faszinierenden und einnehmenden Atmosphäre, die einen dazu veranlasst, den Blick zu keiner Zeit abzuwenden. Sind DHARK schon auf Konserve höchst mitreißend, so gerät man live nur noch tiefer in den Strudel aus düster-progressiven Klängen, der einen hinabzieht in die samtene Schwärze, auf den Boden der nackten Existenz – bis man seine Lektion in der Dunkelheit gelernt hat...

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (02.09.2017)

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