CRIMFALL - Amain

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VÖ: 25.08.2017
Bandinfo: CRIMFALL
Genre: Folk Metal
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Sechs Jahre sind eine verdammt lange Zeit, auch wenn gerade in der Musikbranche oft die Parole "Gut Ding will Weile haben" gilt. Ob das auch für die Bombasttruppe von CRIMFALL gelten mag? Es sei gesagt, dass sich die Dame und die Mannen um Jakke Viitala wirklich seit sechs Jahren auf den Release des neuen Werks "Amain" vorbereitet haben. In Zeiten, wo ENSIFERUM und Co. durchaus den ein oder anderen Schnellschuss raushauen, bedarf es durchaus einer angenehmen Überraschung, die aber durchaus im Bereich des erwartbaren anzusiedeln ist/war. Bereits episch anmutend dürfen wir uns das Artwork zu "Amain" zu Gemüte führen. Ein vom Krieg gebeutelter Krieger, dunkle Farben und ein Blutschleier sind es, die uns ins Auge fallen. Bereits auf den zwei vorangegangenen Werken konnten die Finnen vor allem mit dichter Atmosphäre punkten und es macht den Anschein, als wenn das anno 2017 immer noch der Fall zu sein scheint.

Dem epischen, ausladenden Intro, das in Sachen Atmosphäre schon ordentlich Eindruck hinterlässt, folgt der bombastische Opener "The Last Of Stands", der von einer dicken Produktion umrandet wird und sich insgesamt schön variabel zeigt, mit vielen druckvollen Tempowechseln. Das Zusammenspiel zwischen der bezaubernden Helena und Mikko funktioniert nach wie vor bestens und entfacht ein Feuer, das seinesgleichen sucht. Die Orchestrierungen wirken sehr voll und die Chöre tun im Refrain ihr übriges dazu bei, viele Genrevertreter alt wirken zu lassen. Eine Mischung aus frühen ENSIFERUM-Jahren und der jüngeren TURISAS-Ära schlagen uns entgegen und offenbaren eine Mischung, die nach dem fulminanten Opening Track Lust auf mehr macht. "Far From Any Fate" präsentiert sich lange in einer ruhigen Akustikmanier, ehe das Teil in die Vollen geht und einmal mehr die Bandbreite von CRIMFALL in den Vordergrund rückt. Gesanglich hat sich Helena über die nunmehr drei Releases stark entwickelt und offenbart extrem aussagekräftigen Gesang, der sich sowohl in ruhigen als auch energischen Passagen mehr als nur hören lassen kann. Eine waschechte Folkballade begegnet uns folglich mit "Song Of Mourn". Es ist schön wie CRIMFALL immer die goldene Mitte zwischen Brutalität, Epicness und ruhigeren Parts finden. So gestaltet sich das Album vielfältig, wirkt aber nie undurchdacht oder zusammen gewürfelt. Eines der Highlights zeigt sich mit dem orientalisch angehauchten "Mother Of Unbelievers", das sicherlich einen der stärksten Refrains der Bandgeschichte zu bieten hat. Wahnsinn, wie die Nummer teils die Boxen zersprengt, sich dann aber wieder hochmelodisch zeigt und den perfekten Kontrast offenbart. Zu guter letzt möchte ich "It's A Long Road" hervorheben, das mit Bläsern eingeleitet wird und eine sehr ruhige Gangart verkörpert. Ich bin mir nicht sicher, welcher der Mannen hier das Mikro ergreift, aber es scheint sich um Mastermind Jakke zu handeln, der das gute Stück veredelt. Was als Ballade anmutet, knallt dem Hörer in der Folge allerdings auch in ganz schön brutaler Manier entgegen. Ein überraschender Song, der zumindest meiner Wenigkeit ein "Wow!" zu entlocken wusste.

CRIMFALL hat durch die lange Überbrückungsphase keinen Schaden genommen und präsentiert dem geneigten Hörer ein rundes und vor allem stark produziertes drittes Album, das emotional viele Höhen und Tiefen durchschreitet. Wo mich ENSIFERUM auf der Strecke so langsam verloren haben, holen mich CRIMFALL nach sechs Jahren vollkommen ab und lassen nur wenig Raum für Enttäuschungen. Sicher, auch auf "Amain" gibt es die ein oder andere Länge, aber das Gesamtwerk weiß zu überzeugen und bietet einen überaus epischen Sound, der einem das Gefühl gibt, man würde gerade selbst in die Schlacht reiten. Hoffentlich dauert es nicht wieder ganze sechs Jahre bis zum nächsten Release!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (26.08.2017)

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