EPICA - The Solace System

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VÖ: 01.09.2017
Bandinfo: EPICA
Genre: Symphonic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

EPICA hauen uns schon wieder was um die Ohren, obwohl es im vergangenen Jahr bereits einen neuen Longplayer zu bestaunen gab? Jop, aus dem einfachen Grund, dass im Zuge der Songwriting Sessions zu "The Holographic Principle" so viel Material entstanden ist. Dieses Material hält die Truppe für ähnlich stark und markant wie die Tracks, die es letztlich aufs Album schafften und so veredelt man auch das Jahr 2017 mit einer netten Veröffentlichung in Form von der EP "The Solace System".

Der Titeltrack vereint all das, was EPICA ausmacht: Epische Chöre, viele Tempowechsel, hitzige Duelle zwischen Simone und Mark sowie eine unglaublich fette Ohren wegblasende Produktion. Mit Sicherheit eine Nummer, die es LOCKER auf das Album hätte schaffen können, doch ich "befürchte" fast, dass EPICA keine beschissenen Songs mehr schreiben können geschweige denn Songs, die nach B-Material klingen. "Fight Your Demons" z.B. hat sich mittlerweile zu einem meiner absoluten Lieblingssongs der Bandgeschichte gemausert. Ein brutales schnelles Stück, das vor allem im Chorus ein richtiges Feuerwerk abbrennt. Hier darf der gute Mr. Jansen aus dem Vollen schöpfen und wird von toll inszenierten Chören umrandet. Diese Verspieltheit zeigt sich auch in "Architect Of Light" oder "Decoded Poetry", die mit sehr markanten Refrains ausgestattet wurden. Ich muss sagen, dass mir die EP als Gesamtwerk im Kontext zum Album sogar fast noch besser gefällt. Sechs Nummern, die auf den PUNKT genau funktionieren und abliefern. Selbst die kurzweilige Ballade "Immortal Melancholy" wirkt nicht deplatziert zwischen dem aufregenden Spektakel, das sich nebenher ereignet. Simone zeigt eine so facettenreiche Performance und veredelt mittlerweile jede Sekunde, in der sie ihr Goldkehlchen erklingen lässt.

Fakt ist, dass JEDER Symphonic Metal Fan diese EP sein Eigen nennen muss, daran besteht kein Zweifel. Wir bekommen hier nicht mal ansatzweise ausgelutschtes B-Material serviert, im Gegenteil: Die EP wirkt sehr organisch und vielfältig, kann in den dick inszenierten Refrains groß auftrumpfen und den Thron in der Szene so langsam aber sicher festigen. Wenn NIGHTWISH da irgendwann nochmal ein Wörtchen mitreden wollen, muss wirklich viel passieren, denn A kommt ihnen die Frequenz ihrer Releases (gefühlt mehr Livealben in den letzten fünf Jahren als neues Material) nicht wirklich zugute und B war das letzte Werk nicht mal ein Furz in Relation zu dem, was EPICA auf dieser EP abfackeln. Wahnsinn, was die Jungs und das Mädel hier fabrizieren!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (04.09.2017)

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