WITHERFALL - Nocturnes And Requiems

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VÖ: 06.10.2017
Bandinfo: WITHERFALL
Genre: Progressive Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Erst unlängst hab ich mit einem lieben Freund über den Terminus "ProgMetal" unterhalten. Semantisch steht man da recht bald an, denn, je nach Geschmack und hier kommt der meine, war hier mit "Awaken The Guardian", "Images And Words" und dann "Awake" alles gesagt. Es gab dannach noch unzählige, grandiose "ProgMetal"-Alben, die technisch und kompositorisch fabelhaft waren und noch immer sind. Aber progressiv ist davon keines mehr. (Ich rede hier von "normalen" Metalalben, nicht von den wahnsinnigen BrutalDeathern oder ähnlichen Athleten. Auch progressiv, zweifelsohne, aber einfach eine andere Art der Musik.)

Das nimmt aber dem WITHERFALL-Debüt "Nocturnes And Requiems" nichts an Klasse, Verve und Energie. Die Jungs aus der Stadt der Engel (URSA) gründete sich 2013 in Kalifornien aus ehemaligen Mitgliedern von WHITE WIZZARD, INTO ETERNITY und KOBRA AND THE LOTUS. WITHERFALL spielen harten, mit neoklassischen Sprengseln versehenen technischen Metal mit ganz dicken Eiern. Ein wenig kommen SYMPHONY X hervor aber auch NEVERMORE und COMMUNIC. Glücklicherweise haben aber die Jungs dermaßen viel Talent um das Ding zu ihrem Eigenen zu machen.

Das Album wurde bereits 2014 in Phoenix aufgenommen, irgendwie hat man sich dann aber beim Mixen und Mastern und tun und lassen ein wenig verbremst und es dauert eben bis jetzt, bis das fabulöse Meisterwerk erscheint.

Gewidmet ist "Nocturnes And Requiems" dem am 07. Dezember 2016 verstorbenen Drummer Adam Sagan. 

Obwohl die Band, respektive ihre Musiker, schon länger in der Szene unterwegs sind, ist das Album für ein Debüt beinahe übermenschlich gut.

Zeitweise extrem hart mit extremen und extrem wandelbaren Vocals preschen die bis auf zwei Zwischenspiele durchwegs überlangen Songs vor, nur um dann kleine Oasen der Ruhe in "What We Are Dying For" zu schaffen, in der dann eine Flamenco-Gitarre brilliert. Oder wie in "Sacrifice" in der eine ruhige, leicht depressive Basslinie mit einer unverzerrten Gitarre und Toms kommuniziert. Das Album ist voll von solchen Facetten, voll von Melodien, voll von Yngwienesquen Sologitarrentornados und voll von SONGS. Man verzeihe mir die Großbuchstaben, aber WITHERFALL nehmen alles was ihnen gefällt von der Werkbank der harten, technischen Musik und erzeugen mit jedem verdammtem einzelnen Song eine kleine Geschichte.  

WITHERFALL haben mit "Nocturnes And Requiems" den Höhepunkt des heurigen Tech-Metals geschaffen, das sage ich jetzt schon mal im September. Da kann keiner mehr drüber. Hier werden Geschichten erzählt, mit Worten und Instrumenten, mit Stimmungen und Können. 

Kein Ausfall. Eine dicke, lebendige Produktion und ein knackiges Coverartwork lassen mir keine andere Wahl als die Höchstnote.

Eine Naturgewalt! Mehr braucht man dazu nicht sagen!

 

End Of Time

 

Nobody Sleeps Here



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (02.10.2017)

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