SORROWS PATH - Touching Infinity

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VÖ: 22.09.2017
Bandinfo: SORROWS PATH
Genre: Doom Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste

Ein von diesen unmenschlichen Lebensbedingungen in Österreich geprügelter Mitmensch hat mir unlängst erzählt, dass er durch seine Steuern ohnedies schon quasi vorab seinen Griechenland-Urlaub bezahlt hätte. Ein Glück dass dem nicht so ist und er durch die, wahrscheinlich, tausenden Euro Steuerleistung die er pro Monat abliefert auch noch so geile Doom Bands wie die Athener von SORROWS PATH finanziert. Da find ich das richtig gut, dass diese "faulen Hund" den ganzen Tag nix anderes tun als in der Sonne zu sitzen und zu musizieren.

Seit 1993 lungern diese Südländer also schon unter den Dattelpalmen und hören CANDLEMASS (weniger) und SOLITUDE AETERNUS. Und machen selber Musik. Zwischendurch musste man pausieren, weil sich der Chef Kostas Salomidis beim Motorradfahren (wahrscheinlich, um frisches Geld aus Mitteleuropa zu holen) so schwer verletzt hatte, dass sieben Jahre gar nichts ging.

Zum Glück geht es ihm schon seit 2005 wieder gut und es gab mit "The Rough Path Of Nihilism" eine neue CD. Auf deutschem Radar wurden sie erstmals von Iron Shield Records 2014 mit dem Album "Doom Philosophy" geortet und jetzt gibt es mit "Touching Infinity" ein neues Werk. 

Das Geschoß geht wieder etwas in die SOLITUE AETERNUS Richtung. Kein allzu langsamer Doom, ein wenig Wehmut überweht das Songmaterial, aber insgesamt tut man sich nicht übertrieben leid. Klar, die Riffs sind nicht das Neueste vom Neuen, aber im Metal ist es ohnedies nicht wirklich leicht, noch nicht entdeckte Nischen zu betreten. 40 Jahre Metalgeschichte haben den Acker schon recht nährstofflos hinterlassen.

Trotzdem gelingt den griechischen Hauptstädtern ein abwechslungsreiches Album mit überraschend fröhlichen Power Metal Einlagen und feinen Soli. Die mag ich ja gerne. Ein schön durchdachtes und solide dargebotenes Gitarrensolo kann manch guten Song schon mal sehr gut machen. Und da man trotz Power Metal die größeren Einhornrudel umfähr,t passt das auch ganz gut so.

Schön auch auf "Touching Infinity", dass man die Songlänge nicht doomtypisch in der Unendlichkeit ansiedelt, sondern sich auf kurze, aber dafür auf den Punkt kommende Songs konzentriert. Und die gelingen. Trotz der Ähnlichkeit zu manchen Genregrößen vermag das Album durchaus zu gefallen. Pure Steel Promotions mit ihrem Ableger Iron Shield Records haben hier ein nächstes, wenn auch kleines, Juwel hervorgezaubert. Weiter so!

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (20.09.2017)

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