WITH THE DEAD - Love From With The Dead

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VÖ: 22.09.2017
Bandinfo: WITH THE DEAD
Genre: Doom Metal
Label: Rise Above Records
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Lineup  |  Trackliste

Bands wie WITH THE DEAD sind wichtig. Nicht nur ob ihrer musikalischen Klasse, sondern auch zur Verdeutlichung dafür, dass es, abseits des, nennen wir es „polierten“ Doom, auch den Doom Metal im ureigenen Sinne gibt, der auf den Spuren von BLACK SABBATH, SAINT VITUS oder ELECTRIC WIZARD wandelt. Jenen, die in puncto Doom maximal auf die Epic-Schiene im Stile von CANDLEMASS, SOLITUDE AETURNUS & Co. schwören, halten Lee Dorian und seine Spießgesellen die garstige wie kaputt klingende, den archaischen Ursprüngen sehr gerecht werdende Fratze vor und wuchten ihnen den neuen Verdammnisbrocken vor den Latz. Nachdem CATHEDRAL zu Grabe getragen wurde, brauchte der Rise Above-Labelboss ein Ventil für seine Kreativität, das er in WTD fand. Nach dem gleichnamigen Debut gräbt sich nun der zweite Streich seinen Weg aus der Grab. Neu mit im Sarg: Basser Leo Smee, der schon bei CATHEDRAL engagiert war und Drummer Alex Thomas, der seine Daseinsberechtigung u.a. durch seine Arbeit mit BOLT THROWER unterstrich. Und „Love From With The Dead“ plättet gleich von Beginn an mit zähen, tiefdunklen Mörderwalzen. Kriecher wie „Isolation“ umarmen den Hörer mit dumpfer Schwerelosigkeit und binden ihn in diesem luftleeren Raum mit dröhnenden Riffs und wuchtigen Saitenanschlägen.

„Egyptian Tomb“ besticht mit den typisch britischen, morbiden Melo-Leads, auch das hypnotische „Cocaine Phantoms“ und das dröhnende „Anmenia“ zerren ungemein, während das rabiatere „Reincarnation Of Yesterday“ das originell-kaputte Organ von Lee herausarbeitet. Und obwohl einen die Tonnenschwere der akustischen Pracht schon längst in die Knie gezwungen hat, legt der Dreier beim atmosphärisch-beklemmenden „Watching The Ward Go By“ (eingeleitet von einem langen, eindringlichen Intro) in puncto Härte und Wucht noch einen drauf. Schlußendlich mutiert das 18 Minuten Dröhn-Monster „CV1“ mit zunehmender Spieldauer immer mehr zu einer abgedreht-spacigen, fordernden Jam-Kulisse und klappt den psychedelischen Sargdeckel endgültig zu. Die „Liebe“ im Titel kann angesichts des tonnenschweren, klaustrophobisch-schleppenden Brockens, den uns Altmeister Lee Dorian und seine Totengräber in die Gehirnwindungen walzen, wohl nur ironisch und sarkastisch gemeint sein, zu verstörend und nervenzerrend ist das neue, abgrundtief dröhnende Machwerk aus dem Hause der Briten geraten. „Doom For The Dead“, wie die Band selbst meint.




Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (22.09.2017)

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