THE BLACK DAHLIA MURDER - Nightbringers

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VÖ: 06.10.2017
Bandinfo: THE BLACK DAHLIA MURDER
Genre: Melodic Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Finstre Horden, verneigt euch vor der Rückkehr der Dunkelheit, den sich öffnenden Toren der Hölle und dem blitzenden Gewitter in den grau-gelben Nebelwolken, die schweflige Asche über das Land verbreiten und den Boden unfruchtbar machen. Der höllische Sturm, der die Sonne verfinstert und das Dunkelste in jedem von euch hervorbringt, hat einen Namen: THE BLACK DAHLIA MURDER!

Die grundsympathischen Melodic-Deathmetal Virtuosen (wenn man das Genre denn so festlegen darf, prinzipiell schlachten sie sich ja durch Black-, Death-, Thrash- und jeden sonstigen Metal) sind mit ihrem nunmehr achten Album „Nightbringers“ zurück, um sich selbst und ihren Fans einmal mehr zu beweisen, dass sie die einzigen sind, die es wirklich draufhaben. Mit knappen 30 Minuten und neun Songs ist die Platte zwar verhältnismäßig kurz geworden, verbindet dafür aber den Vibe von „Nocturnal“ mit der Professionalität von „Abysmal“.

Ein langes, einstimmendes Intro, wie es beispielsweise auf „Ritual" oder „Abysmal"  zu hören war, gibt es auf „Nigthbringers“ nur in abgespeckter Form. Nach knapp 30 Sekunden knallt euch „Widowmaker“ das erste Riff der Platte vor den Latz, das sich wie ein Rasiermesser in euer Hirn schneidet und mit präziser Schärfe und Härte in den THE BLACK DAHLIA MURDER-typischen Mix aus ordentlichem Tempo und tragender Atmosphäre überleitet. Wo euch die Eröffnung des Albums vielleicht noch einzelne Unaufmerksamkeiten verzeiht, macht „Of God And Serpent, Of Spectre And Snake“ keine Gefangenen mehr. THE BLACK DAHLIA MURDER überrollen den Hörer förmlich mit der Circlepit-Hymne der kommenden Festival-Saison: Brutales Tempo und knackige Riffs bringen den Spirit der Band mal wieder auf den Punkt. Nach diesem starken Start sollte sich allerdings schnell herausstellen, dass sich Nightbringers“ gerade einmal aufgewärmt hat. Denn mit „Matriarch“ und dem titelgebenden „Nightbringers“ schiebt die Band gleich zwei Mal die dreifach destillierte Quintessenz des Melodic-Deathmetal hinterher, die selbst den Staub eurer Nachbarn von den CD-Regalen fegt.

Was soll ich an dieser Stelle noch großartig hinzufügen, ohne diese Dampfwalze aus gewaltigen Riffs und Beats unnötig breit zu treten? „Nightbringers“ wartet von Anfang bis Ende mit den altbewährten Qualitäten von THE BLACK DAHLIA MURDER auf und tischt uns neben Ohrwurm-Kandidaten wie „Kings Of The Nightworld“ und Technik-Brettern mit Schädelbruch-Potential à la „Catacomb Hecatomb“ auch wieder die nötige Portion Atmosphäre samt Akustik-Einlagen und apokalyptischem Feeling auf (man höre allein „The Lonely Deceased“), um diese 30 Minuten in ein vertrautes Soundgewitter zu verwandeln, von dem ich persönlich wahrscheinlich nie genug bekommen werde.

Nightbringers“ ist nichts anderes als ein Manifest von THE BLACK DAHLIA MURDER, das die Band auch für die Fans, aber vor allem für sich selbst schrieb. Zwar fehlen mir persönlich absolute Banger wie zuletzt „Vlad, Son Of The Dragon“ oder „On Stirring Seas Of Salted Blood“, aber das ist Kritik auf höchstem Niveau. Hier geht es nicht um Progression, Innovation und Soundexperimente, sondern um die pure Genugtuung, sich in einem Stil zu suhlen, den man wie keine zweite Band gemeistert, geprägt und seit Jahren unangefochten dominiert hat. 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (29.09.2017)

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