DEAD SOUTH DEALERS - Walk Through The Line

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VÖ: 08.03.2017
Bandinfo: DEAD SOUTH DEALERS
Genre: Heavy Rock
Label: Sliptrick Records
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Lineup  |  Trackliste

„Note To Self“ klingt wie das musikalische Äquivalent zu einer verwaschenen Jeans - ein bisschen abgerissen, ein bisschen lässig und vor allem recht gemütlich. Neu erfinden tun die DEAD SOUTH DEALERS hier nichts, aber technisch spielen sie auf einem derart brauchbaren Niveau, dass man mit einem wohlwollenden Nicken verbleibt.

„D.S.D“ fängt den Hörer mit einem förmlich auf dem Trommelfell tanzenden Groove ein. Pavlos’ Gesang passt auch hier wieder wie die Katze auf die Ofenbank - zwischen kehlig-röhrendem und cleanem Schnurren mäandert sein Stil, ohne dabei zu wackeln.
Spätestens jetzt ist man in die Highway-Stimmung versetzt und kann den Sonnenuntergang, die heulenden Motoren und den Duft der Freiheit visualisieren.

„Lost Within Time“ holt einen wieder zurück auf den Boden, vorbei ist es mit dem heftigen Schütteln der Kopfbehaarung - jetzt wird es nahezu kuschelig. Nahezu. Bei diesem Track entfalten die DEAD SOUTH DEALERS irgendwie „ihr Ding“. Die beiden Songs zuvor hatten noch mit der Mittelmässigkeit kokettiert, dies ist mit „Lost Within Time“ vergeben und vergessen. Mit Stücken wie diesem erspielt man sich eine Fanbase - und der Sound ist auch nicht mehr zu verwechseln mit anderen Bands.

„Wrong Cargo“ reißt aus den Tagträumen, es wird wieder fetzig. Soundtechnisch geht der Song nicht ganz auf, was möglicherweise den Drums geschuldet sein könnte. Verglichen mit „Lost Within Time“ direkt davor, bleibt bei „Wrong Cargo“ nur ein Schulterzucken am Ende.

„Gone“ beginnt da, wo „Wrong Cargo“ aufhört - nicht nur in der tatsächlichen Reihung der Lieder, sondern auch musikalisch. Leider. Der Gesang wertet „Gone“ etwas auf, was mit dem blechernen Gedröhne im Hintergrund ansatzweise versöhnt.

„Walk Through The Line“ weckt gleich anfangs große Hoffnungen. Die ruhigere Schiene steht den Griechen besser zu Gesicht, hier besteht Potential zur Profilierung. Sie klingen damit nicht mehr nach Abklatsch oder ‚Sie haben sich redlich bemüht‘ sondern können die ganze Bandbreite ihrer Stärken zeigen. Das ist authentisch, das sind die DEAD SOUTH DEALERS.

Bei „Keep Em Coming“ und „Fairies Of The Swamp“ nehmen sie noch mal ordentlich Schwung auf und „Fairies Of The Swamp“ besticht nicht nur durch den genialen Songtitel, sondern auch durch einen treibenden, energetisierenden Rhythmus.

„Vinnie The Vet“ ist ein gebührender Abschluss für das „Walk Through The Line“-Album - groovig und mit eingängiger Melodie. Southern Rock muss nicht zwingend aus den staubigen Weiten des wilden Westens kommen, sondern auch in Griechenland wurde das Konzept verstanden - und, wie bei den DEAD SOUTH DEALERS, mehr als zufriedenstellend umgesetzt.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lee (30.09.2017)

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