THE RASMUS - Dark Matters

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VÖ: 06.10.2017
Bandinfo: THE RASMUS
Genre: Rock
Label: Insomniac / Playground
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Lineup  |  Trackliste

Lang, lang ist´s her, dass sich meinereiner zum ersten Mal in Finnland herumgetrieben hat. Eine Truppe, hochgelobt in alle Himmel besetzte die Radiosender wie keine andere. Das „Despacito“ Finnlands im Jahre 2001 war ungeschlagen „F-F-F-Falling“ von THE RASMUS. Recht angetan vom schwungvollen, rockigen Sound importierte ich so quasi meine erste THE RASMUS – Scheibe „Into“ in die Heimat und war etwas überrascht, dass im deutschsprachigen Raum eineinhalb Jahre später vom großen Durchbruch und den großen Newcomern gesprochen wurde, als mit „Dead Letter“ die europäischen Grenzen fielen und sich die Charts in vielen Ländern nicht mehr wehren konnten. „Dead Letter“ war immerhin das fünfte Werk der Finnen. Aber mancher Sound braucht einfach, um zu reifen. 

Seitdem waren THE RASMUS eine regelmäßige Konstante im Rock-Business und Meister im Tanz auf dem Grat zwischen charts-affinem Publikum und den rocklastigen Hörern, bis es 2012 dann doch still um sie wurde. Erst Anfang diesen Jahres kam mit „Paradise“ das erste Wiederbelebungszeichen der Finnen rund um Lauri Ylönen und nun steht das Album „Dark Matters“ am Start. 

Es ist wohl müßig, näher auf den Sound einzugehen. Und auch auf „Dark Matters“ wird man Altbekanntes wiederhören. Zwar wird weitgehend auf die durchschneidenden und manchmal etwas zu groben Riffs a la „In the shadows“ verzichtet, doch die Kraft der einzelnen Songs geht dadurch keineswegs verloren. Es wird mehr auf Melodie und Emotionalität gesetzt, sodass sich die stets den Finnen begleitende Melancholie in jedem Song entfalten kann. Wenn man nun aber ein Album befürchtet, das gänzlich auf rockige Klänge verzichtet und eine Weichspüler-Charts-Scheibe vorzufinden glaubt, soll man sich ebenfalls getäuscht haben. Ja, die meisten Songs sind – wie schon auf den früheren Scheiben – durchaus chartstauglich. Doch sie halten auch einiges für den Musikfan hinter der Mainstream-Hits-Grenze bereit. Alle Songs beinhalten eine intelligent kreierte emotionale Tiefe, denen die überwiegende Midtempo-Lastigkeit durchaus gut tut. Gitarre und Rhythmus stark, aber im Hintergrund, lassen Groove und Beat nicht fehlen und keyboard-elektronische Sounds sorgen für die Abwechslung und die eingängigen Ohrwürmer. Kurzum: „Dark Matters“ funktioniert als angenehme Nebenbei-Hör-Scheibe wie auch für die gemütliche oder schwungvolle Stimmung. Die große Party wird man damit aber wohl nicht mehr losbrechen können. Aber das macht nichts. Anders als bei einigen Vorgänger-Alben von THE RASMUS findet man hier durchgehend starke und unabhängige Songs ohne Wiederholungseffekte vor. Definitiv eine hohe Dichte an Qualität und Können. 

THE RASMUS sind wohl erwachsen geworden. Sie verzichten auf den ein oder anderen etwas rumpeligen Riff und setzen auf angenehme Stimmung und Ohrwurm-Lastigkeit. Eine Scheibe, die der breiten Masse durchaus zusagen dürfte. Und zudem jedem, der leicht tragende, leicht angedüsterte, finnische Musik mag – denn zu dieser Sorte gehören sie unmissverständlich. Und auch wenn sich THE RASMUS für den Stormbringer wohl eher als Randgruppe gestaltet, eröffnet sich hier ein starkes Album, das in seiner Gesamtheit die bisherigen Releases an Stimmigkeit und als abgerundetes Werk doch zu übertreffen schafft. 





Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (07.10.2017)

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