WEAPÖNIZER - Lawless Age

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VÖ: 30.06.2017
Bandinfo: WEAPÖNIZER
Genre: Thrash Metal
Label: 20 Buck Spin
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Lineup  |  Trackliste

Eine Thrash Metal Band mit Ö im Namen? Na da wird der Oldschooler doch beim Hinsehen schon wuschig. Dennoch sind WEAPÖNIZER weit vom Veteranenstatus entfernt, handelt es sich doch um eine der zahlreichen Retro Thrash Bands, die momentan reihenweise an die Oberfläche sprießen und, ganz wichtig zu betonen, allesamt gute Platten veröffentlichen. Von Überdruss ist also noch lange keine Rede. Das vorliegende Exemplar aus Denver/Colorado ist da zwar keine Ausnahme, aber auch kein Ausrufezeichen. Deren "Lawless Age" betiteltes Zweitwerk ist eine in sich runde Hommage an die 80er mit ein wenig Bay Area und einigen frühteutonischen Querverweisen. Und an SLAYER. Nur leider eben nicht so stark wie die Originale.

Nicht nur das Line Up erinnert an die kalifornischen Vorbilder. Bassist = Sänger, dazu zwei Äxte und Drums. Das ganze Album erinnert an die Slaytanischen Frühwerke, angefangen mit der knapp dosierten Spielzeit von gerade einmal 29 Minuten und 38 Sekunden, bis hin zu den Songs an sich. Man höre direkt im Opener "Malefactor" die klassischen Riffs gepaart mit radenden Blasts von Drummer Shaq, frühe SODOM meets "Angel Of Death". So weit, so gut. Nur sind WEAPÖNIZER leider keine SLAYER, Ale Wülf und Deströyer kein Kerry King und Jeff Hanneman. Der Sound der Klampfen ist zu überzerrt und doch zu weich, irgendwie schaumig. Die Riffs sind zwar allesamt genretauglich, verpassen es aber, die bei Thrash Metal gewollten Wow-Effekte zu transferieren. Barbarian ist dazu auch kein Tom Araya, und so bellt und keift er sich relativ monoton durch die halbe Stunde und schafft es nicht, gezielte Akzente zu setzen.

Klingt erstmal alles schlecht, doch dennoch liefert man unterm Strich solide ab. Die "Raining Blood" Verneigung bei "Hellbound", die knackige Eingängigkeit bei "Rattenkrieg" und die Verrücktheit im ENGLISH DOGS Cover "World War 2" - das ist alles unterhaltsamer und ordentlich gemachter Thrash Metal. Mit ein wenig mehr Witz bei den Kompositionen und etwas mehr Abwechslung in den Vocals hat man auf alle Fälle das Potential, zukünftig längerfristig Fuß zu fassen. So bleibt "Lawless Age" erst einmal nur eine ordentliche, aber auch keine außergewöhnliche Liebeserklärung an die Frühphase des Thrash.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (19.10.2017)

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