SUBTERRANEAN MASQUERADE - Vagabond

Artikel-Bild
VÖ: 01.09.2017
Bandinfo: SUBTERRANEAN MASQUERADE
Genre: Progressive Metal
Label: Taklit Music
Hören & Kaufen: Amazon | Webshop
Lineup  |  Trackliste

"Vagabond" [zu deutsch Vagabund] nennt man auch Landstreicher, Nichtsesshafter, Obdachlose oder wie man in Österreich sagt, "Sandler". Dieser Begriff hat beim Aussprechen schon immer einen negativen Nachgeschmack gehabt. Nach  sechsjähriger Schaffenspause bis 2013 und einem Besetzungswechsel haben sie ihr Comeback mit dem Album THE GREAT BAZAAR gestartet. Kaum hat die Band den musikalischen Pinsel wieder geschwungen, kann sie gar nicht mehr aufhören und führt mit "Vagabond" fort.

Die Musiker haben das Talent surreale psychodelische und rohe Klänge in Harmonie zu bringen.
Eine emotionale Achterbahn, selbst für das abgehärtete Metal-Herz. Der Einstieg mit "Place of Fairytales" lässt den Zuhörer in die Welt der Vagabunden eintauchen. Von Minute zu Minute verschwindet die ruhige Stimmung. Or Shaley (Guitar) wechselt zur Verzerrung. Matan Shmueli(Drums) juckt es schon in den Fingern und trommelt los. Nach einem orientalisch angehauchten Frauengesang lassen die Musiker von SUBTERRANEAN MASQUERADE im Anschluss den Zuhörer eine gewisse Frustration und Wut des Vagabunden mittels komplexeren disharmonischen Rhythmusstrukturen ahnen.

Im Lied "KIPPUR" hört man die härtere Seite der Band. Sie fackelt nicht lange herum und spielt ab der zehnten Sekunde mit voller Kraft. Um die musikalische Energie voranzutreiben klopft Matan Shmueli(Drums) in guter Metal-Manier einen OFF-Beat auf den Trommeln. Die Melodie dabei erinnert an den mystischen Orient, die dich aber auch etwas bedrohliches erwarten lässt. Durch Eliran Weitzmanns (Vocals) Growling wird die Spannung weiter angehoben und verpasst dem Lied eine böse Fratze.

Am Schluss gibt es für die Doom-Begeisterten ebenfalls eine Überraschung. Das Cover „Space Oddity“ (ursprünglich von David Bowie) ist die langsamste Nummer des Albums. Eine tiefe disharmonische Gitarrenmelodie leitet die Nummer ein um dem Cover einen eigenen Charakter zu geben.

SUBTERRANEAN MASQUERADE befassen sich mit vielen musikalischen Richtungen. Somit ist für jeden etwas dabei. Sei es World Music,Jazz, Progressive Rock, Psychedelic Rock, indische und israelische Traditionsmusik oder Metal. Ein Fest wo viele verschiedene Genres in (Dis-)Harmonie miteinander feiern.  Shai Yallin (Keyboards) nennt es liebevoll „Carneval Metal“. Diese instrumentale Fusion ergibt sich ebenfalls aus den unterschiedlichen Herkünften jedes Bandmitglieds. Von Norwegen bis hin zum Mittleren Osten reicht der musikalische Einfluss.  All das repräsentiert der Vagabund welcher dem Zuhörer seine Geschichte erzählt. Ein äußerst gut gelungenes Konzeptalbum in den man, anhand jedes Songtextes, eine gemeinsame Idee erkennt.  Zu den Erzählungen des Vagabunds malen SUBTERRANEAN MASQUERADE mit ihren Instrumenten ein surreales Bild um den Zuhörer in ihre Welt emotional eintauchen zu lassen.

FAZIT: SUBTERRANEAN MASQUERADE haben ihr Comeback noch steigern können. Die Unterschiede zu „The Great Bazaar“ lassen sich erkennen. Das kürzlich erschiene Album ist ruhiger gestaltet worden. Die Band setzt weniger auf pompöse orchestrale Beschallung und Growls als beim Vorgänger. Diese Herangehensweise schenkt dem Zuhörer die Möglichkeit mehr auf den philsophischen Text einzugehen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (27.10.2017)

WERBUNG: Hard
WERBUNG: Escape Metalcorner