DR. LIVING DEAD! - Cosmic Conqueror

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VÖ: 27.10.2017
Bandinfo: DR. LIVING DEAD!
Genre: Thrash Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Vor zwei Jahren wurden die ehrfurchtgebietenden Götter zerschmettert, nun wird der "Cosmic Conqueror" mit seiner neuen Rolle vertraut gemacht: Die Weltherrschaftspläne von DR. LIVING DEAD! nehmen Gestalt an und der Crossover-Vierer sowie sein Eroberer gehen dabei auch nicht gerade zimperlich mit ihrer Hörerschaft (und den bereits Verschiedenen) um, wenn auf dem Weg dorthin sogar Särge zerstört und das Überleben verweigert werden und man sich dann auch noch am kühnen Ziel vergreift, die Toten töten zu wollen. Nichts ist ihnen heilig, aber das ist womöglich auch einer der Gründe, warum sich die Schweden mittlerweile bei Century Media Records wiederfinden und längst aus dem gigantischen Schatten von SUICIDAL TENDENCIES getreten sind, um sich nun an einem ähnlichen Standing wie MUNICIPAL WASTE und Co. zu erfreuen.

Das Konzept mit den Masken, den Doktorspielchen und den energetischen Liveshows hat also gefruchtet, weswegen es auch nicht sonderlich stört, dass sich DR. LIVING DEAD! gerne in den Räumlichkeiten anderer austoben und wenig Neues dabei rausspringt. Man kann auch nicht von jedem erwarten, dass er das Rad (no pun intended) neu erfindet, schließlich gilt es auch, den Fortbestand mit hochwertigen Nachkömmlingen zu sichern. Und was RAM in ihrem Genre eher nicht gelang, nämlich kontinuierlich Qualität vorzulegen und sich nicht nur - nach dem „Ein paar unverbesserliche Oldschool-Romantiker wird uns das schon abkaufen“-Motto - im Glanze des eigenen Durchbruchs zu rekeln, gelingt Dr. Toxic und Co. schon seit ihrem Debütalbum. Man kann sich nach dem Weggang von Dr. Ape am Mikro sicherlich an den Sangeskünsten des Dr. Mania reiben, aber ansonsten ist der "Cosmic Conqueror" ein Zeitgenosse, der seine Schlachten ziel- und stilsicher in mehreren Ländereien gleichzeitig austrägt und vom kompromisslosen Thrash-Assault à la "Coffin Crusher" über groovig-rotzige Gangshout-Nummern wie "Can't Kill The Dead" und "Survival Denied" bis hin zum hardcorelastigen Crossover im Stile von "Disease To Exist" (wieder ein neues Wortspiel auf der Liste der kreativsten Metal-Songtitel-Wortspiele) alles im Inventar fasst, was Fans dieser Richtung ein feuchtes Höschen bescheren sollte. Dass man im Gitarrenintro vom abschließenden "Cyber Crime" etwas zu sehr im Vermächtnis von SLAYER, 'TALLICA und Konsorten wühlt, stört im Gesamteindruck dann auch nicht besonders, ist aber dennoch irgendwie einen Tick zu viel des Guten.

Zu den bereits veröffentlichten "Slime And Punishment" (MUNICIPAL WASTE) und "Crossover Ministry" (IRON REAGAN) kann man 2017 also auch locker den "Cosmic Conqueror" stellen und sich an einem weiteren kurzweiligen Vergnügen aus der Praxis von DR. LIVING DEAD! ergötzen, das spielerisches Können, Leidenschaft und Attitude in elf Akten inszeniert. Auch für mich bleibt der Wermutstropfen bestehen, dass mir Dr. Mania einfach nicht dasselbe wie sein Vorgänger gibt, aber das hängt eben auch stark vom Einzelfall, also dem Geschmack des jeweiligen Hörers, ab. Spaßig bleibt's trotzdem und wenn man die Chance haben sollte, die vier Schweden (mit neuen Smashern im Gepäck) mal live sehen zu können, sollte man diese unbedingt beim Schopfe packen. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (31.10.2017)

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