KELDIAN - Darkness And Light

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VÖ: 27.10.2017
Bandinfo: KELDIAN
Genre: Progressive Melodic Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

KELDIAN sind ein norwegisches Studioprojekt bestehend aus Sänger Christer Andresen, der neben Gesang auch Bass und Gitarre übernimmt und Arlid Aardalen, der neben dem Synthesizer noch Backing Vocals beisteuert. Bereits seit 2007 wird in unregelmäßigen Abständen neues Material aufgenommen, wobei stets ein paar Session Musiker hinzugezogen werden, um Aufnahmen zu komplettieren. Musikalisch verschreiben sich die beiden Jungs düster angehauchtem, progressiven Melodic Metal, der hier und da durchaus was von PINK FLOYD oder DAVID BOWIE hat (was nicht zuletzt an Christers Stimme liegt, die gewisse Parallelen zu Bowie aufweist). Mit "Darkness And Light" präsentieren uns die zwei Norweger ihr viertes Studioalbum, das sich einmal mehr dem Thema Science Fiction widmet, insgesamt aber eine emotionalere Bandbreite offenbart als die vorangegangenen Werke. Das simpel gestaltete Artwork verdeutlicht die Atmosphäre des Albums schon sehr gut und weist eine tolle Ausdrucksstärke auf.

Der Opener "Nightfall" verkörpert gewissermaßen den Titeltrack und tönt fast schon in Gothic-Manier aus den Boxen. Spacige Synthie Sounds werden von griffigem Riffing untermalt, während die Strophe in ihrer dichten Atmosphäre sofort alles für sich beansprucht. Ein toller Einstieg, der uns einen ohrwurmtauglichen Chorus beschert und das starke Songwriting der Norweger in den Fokus rückt. "Blood Red Dawn" zeigt sich insgesamt etwas flotter und "aggressiver" und strahlt insbesondere im Refrain eine unfassbare Energie aus. Wahrlich beeindruckend, wie variabel sich Mr. Andresen an den Vocals zeigt. Ein wirklich monumentales Highlight bekommen wir mit dem Longtrack "I'm The Last Of Us" serviert. Ich möchte meinen, dass uns schlicht gesagt der beste Longtrack 2017 vorliegt. Der Aufbau dieser Nummer könnte kaum besser und intensiver sein. Man führt uns ganz behutsam an dieses Monstrum heran, kreiert ein immer größer werdendes Soundgerüst, das sich in den ersten Minuten sehr ruhig gestaltet. In der Folge wird der Song immer kraftvoller, besinnt sich aber stets auf seine ruhige, intime Atmosphäre. Einzig und allein der gewaltige Mittelteil löst sich davon und beschenkt uns mit einer Fanfare, die ihresgleichen sucht. Der lange emotionale Ausklang ist dann quasi die Kirsche auf der Torte und lässt mich persönlich zurück, als hätte ich gerade eine gigantische emotional ergreifende Reise hinter mich gebracht. Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, denn "Change The World" ist mit seinen siebeneinhalb Minuten auch kein Entspannungsmaterial. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass wir hier einem der besten Songs des gesamten Jahres lauschen. Verzerrte Vocals gepaart mit weiblichem Gesang, ein Gänsehaut erzeugender Chorus und im Mittelteil, ganz vorsichtig ausgedrückt, die stärkste und eindringlichste Melodie, die ich seit langem gehört habe. Mir fehlen hier tatsächlich die Superlative und das soll sich auch mit den zwei folgenden Tracks nicht ändern, die emotional etwas herunterfahren, dafür aber umso mehr Energie freisetzen.

"Darkness And Light" ist zweifelsfrei eines der besten - wenn nicht sogar DAS beste Album des Jahres. KELDIAN lassen es in keinem ihrer Songs vermissen, das jeweilige Momentum für sich zu nutzen. Bei gerade mal acht Songs kommt man auf starke 52 Minuten Spielzeit, von der keine Sekunde auch nur ansatzweise verschenkt wirkt. In Sachen Intensität macht den Norwegern so schnell keiner was vor und es ist fast schon eine Beleidigung, dass KELDIAN nachwievor unter dem Radar laufen, so kennen viele Metalliebhaber dieses wunderbare Studioprojekt gar nicht. Es ist kein sinnloses Honig ums Maul Geschmiere, denn "Darkness And Light" verdient jeden der fünf Punkte, die ich für dieses Meisterwerk unweigerlich vergeben muss. Wahnsinn!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (31.10.2017)

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