GLOBAL SCUM - Hell is Home

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VÖ: 22.12.2017
Bandinfo: GLOBAL SCUM
Genre: Groove Metal
Label: NRT-Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wenn man Tirol hört, denkt man an traumhafte Skigebiete, romantische Berglandschaften und freundliche Bergleute, die die Touristen mit herzhafter Hausmannskost verwöhnen. Im Herzen des allseits beliebten Bundeslands, tief im Zillertal, hallt eine grölende Stimme eines einzelnen Menschen, die sich Gedanken über unsere Welt gemacht hat und das dringende Bedürfnis verspürt hat, diese auf musikalische Weise auszudrücken. Nein, damit sind nicht die Zillertaler Schürzenjäger gemeint. 2016 bekam Manuel Harlander (Guitar, Vocals, Bass) das Gefühl seine Ideen umzusetzen. Sein Soloprojekt, GLOBAL SCUM, wurde mit der Zeit immer wichtiger für ihn selbst und er wandte seine ganze leidenschaftliche Energie an um ein komplettes Album zu kreieren. Dieses Jahr ist es soweit, dass das Debütalbum „Hell is Home“ von GLOBAL SCUM veröffentlicht wird. Die Stormbringer.at-Redaktion ist von dieser Leidenschaft begeistert und gibt Manuel Harlander die Chance sein Können unter Beweis zu stellen. GLOBAL SCUM ist eine Mixtur aus groovigen Elementen die in Hardcore, Death Metal und Thrash Metal teilweise vorkommen. Im Album „Hell is Home“ vereint Harlander diese Elemente und schafft so eine einladende Musik zum Headbangen, zum Moshen oder einfach zum Mitschreien. Zusammengefasst gesagt, spielt GLOBAL SCUM Groove Metal.

Die Anfangsnummer versetzt den Zuhörer mit typischen Klängen aus 80er Jahre Splatterfilmen und anschließender einsamer Gitarrenmelodie schon in eine angespannte Lage. Eine nicht zu erwartende Unterbrechung der toten Stille ist ein klares Statement, dass der Musiker nicht lange um den heißen Brei spielt. Die Schreie werden mit so einer aggressiven Energie heraus geplärrt und trotzdem sind die Wörter mit Bedacht gewählt.  Der Titel „Hell is Home“ trifft exakt die Stimmung, die man sich beim Anhören des Albums vorstellen kann.

„When Water turns to Blood“ handelt von korrupten Nationen und der ungerechten Behandlung verschiedener Völker. Harlander animiert den Zuhörer nicht zur physischen Gewalt, sondern ermuntert einen über die menschenunwürdige Situation Anderer nachzudenken. Die Blastbeats und die disharmonischen Sechszehntelnoten der E-Gitarre geben dem Zuhörer zu verstehen wie er sich bei diesen Thema fühlt. Hallende Aufschreie bringen einem schon die Gänsehaut auf den Armen. Stilles Herumsitzen scheint dem gepflegten Death Metal Fan keine mögliche Option zu sein. Die Köpfe peitschen in Kreisbewegungen. Die Hände hämmern mit geballten Fäusten zum Takt der Musik. In der Einleitung der Bridge findet sich für Thrash Metal-Begeisterte ein Riff das mit dem Handballen an Gitarrenseiten gedämpft wird, was für mehr Schnelligkeit im Rhythmus des Liedes sorgt.  

Die Nummer „Amok“ lässt Harcore-Liebhaber in Nostalgie schwelgen. Kurz. Aggressiv. Groovy. Ein purer Moshsong in Oldschool- Manier. Wer dann noch gut in Form ist, hat in den Off-Beat-Stellen Zeit zum Headbangen. Der Titel des Songs „Amok“ bringt die Gefühlslage des Zuhörers exakt auf den Punkt. Ein kurze alleinstehende Basslinie leitet das Gitarrensolo ein, das der Höhepunkt des Liedes ist.

„Innerlich faulend“ hat einen Metalcore-lastigen Einsatz. Bewusst gesetzte und abrupte Pausen der Gitarre mit wenig Notenvielfalt die dem Lied einen fetzigen Charakter verleihen.  Nach 17 Sekunden ändert sich der Rhythmus zu einem typischen Death Metal-Riff. Markant ist auch die gewählte Sprache. Manuel Harlander singt nur in dieser Nummer auf deutsch. Durch diese kantige Sprache wirkt „Innerlich faulend“ um einiges härter. „Wir schaufeln unser Grab, Menschenshölle tot geplagt!“.

Das Debütalbum „ Hell is Home“ ist eine scharfe Granate, die brutale Energie um die Ohren des Zuhörers fliegen lässt. GLOBAL SCUM befasst sich mit kritischen Ansichten gegenüber Politik, unaufhörlichen Kriegszuständen, menschlicher Ignoranz und vom Gefühl innerlich gefangen zu sein. Kurz gesagt, sprechen einfach Manuel Harlanders Songtexte einen an. Es ist schon ein Ohrenschmaus nur der Musik zu lauschen. Wenn man noch versteht worüber der Tiroler singt, finden man noch mehr Spaß daran, auf die preschenden Klänge und den alles zerberstenden Gesang einzugehen. Zusätzlich muss gesagt werden, dass es eine beachtlichere Leistung ist, dass so eine leidenschaftliche Musik von einem einzelnen Künstler produziert worden ist.

Fazit: Fetzige Musik die einen gnadenlos mitreißt.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (18.12.2017)

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