F.K.Ü. - 1981

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VÖ: 03.11.2017
Bandinfo: F.K.Ü.
Genre: Thrash Metal
Label: Despotz Records
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Lineup  |  Trackliste

Hui! Da können sich jetzt alle Möchtegern-Combos, die glauben, hübschen, knuffigen Thrash zu spielen, warm anziehen! Die unkaputtbaren Schweden F.K.Ü. klatschen uns nach vier Jahren wieder mal eine CD vor den Latz, die einer dezenten Watschen (österreichisch für: Ohrfeige) gleichkommt. Mit genügend Punk-Attitüde, einem Quentchen Scheißdrauf-Haltung und der genreüblichen Kompromisslosigkeit knüppelt sich das Quartett durch 15 Metal-Bretter, die mit zum Besten gehören, was ich seit längerem in diesem Bereich gehört habe. Und dabei machen F.K.Ü. (aka FREDDY KRUEGER’S ÜNDERWEAR) eigentlich nichts wirklich Besonderes, außer schmissige Songs zu schreiben, wo die Riffs, Licks, Hooks und Leads einfach hundertprozentig schlüssig sind, passen wie die Faust auf’s Auge, und bei denen außerdem der Bär steppt. Shouter Larry Lethal klingt wie eine Mischung aus dem verblichenen EXODUS-Schreihals Paul Baloff und OVERKILL’s Bobby Blitz, die Gitarrenarbeit sägt an Gehör und Verstand gleichermaßen, erinnert aber trotzdem noch in Fetzen an Bands wie eben EXODUS, ACCU§ER oder TESTAMENT auf doppelter Geschwindigkeit.

Produktionstechnisch schenken uns die wackeren Schweden aus Uppsala (nennt man die eigentlich Upssalesen? Oder Uppsalianer?) auch nix, da passt eins zum anderen, wenn Sänger Larry gemeinsam mit dem nicht ganz so unbekannten Daniel Bergstrand an den Knöpfchen und Reglern sitzt. Thematisch gibt’s – wie könnte es anders sein – natürlich auch hier wieder eine Lehrstunde in Horrormovies, nur ist diesmal kein „Mosher“ weit und breit in Sicht, der sich ja durch die ersten vier Alben wie ein blutroter Faden schleppte. Dafür gibt’s Reminiszenzen an die Achtziger, an Sparten-Preziosen wie „Halloween“ und „Friday The 13th“, vertont in teils halsbrecherischem Tempo. Was F.K.Ü. so einzigartig macht, ist aber die Art, wie sie an die Materie herangehen: Hier agiert keine Band, die meint, sie müsse den Spirit der Thrash-Anfangszeit wieder aufleben lassen, weil es gerade so krass en vogue ist. Die Schweden haben das, was sie auf „1981“ abziehen, immer schon gemacht, ohne Rücksicht auf irgendwelche Trends, und es macht einfach Spaß sich Knaller wie „The Beyond“, „Burial Ground“, das nachhaltige „Nightmares In A Damaged Brain“ oder den kurzen Stampfer „Funhouse“ wippenden Kopfes rein zu blasen.

Mit fast kindlicher Naivität kann hier auch der Hörer an das Audioprodukt herantreten, genauso wie die Band an die Produktion: knallen muss es, und knallen tut es auch. Hier regiert der Spaßfaktor, trotzdem kommt die Professionalität nicht zu kurz - ja, sie schraubt sich teilweise sogar auf überirdisches Niveau. Und wo andere diskutieren, ob dieses und jenes Riff denn wohl gut genug ist und eventuell auch noch Headbanger-konform, machen F.K.Ü. einfach drauf los, lassen die Sau raus und blasen alles weg, was vorher grad noch dachte, es wäre Metal. Genau so soll Thrash anno 2017 klingen, und ich denke am Weg zum „Album des Jahres“ werden den Herren außer den Landsmännern von WITCHERY nicht mehr viele Combos im Weg stehen. Was für eine geile Abfahrt!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (04.11.2017)

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