ARCH ECHO - Arch Echo

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VÖ: 24.11.2017
Bandinfo: ARCH ECHO
Genre: Instrumental / Shred / Fusion
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Musik von Nerds für Nerds: das wäre wohl die treffendste Beschreibung für ARCH ECHO (und das sehen sie auch selbst so). Unter diesem Namen haben sich fünf Musik-Nerds zusammengeschlossen, um ganze Tage in ihrem Proberaum verbringen zu können und nicht in der richtigen Welt mit Frauen reden zu müssen (das sehen sie selbst wohl nicht so).


Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum machen die Amerikaner aber Musik, die durchaus auch Nicht-Nerds gefallen wird; zwar ist instrumentaler Prog-/Fusion-Rock nicht jedermanns Sache, aber zertifizierter Nerd muss man dafür auch nicht sein. Gefunden haben sich ARCH ECHO an der renommierten Berklee School, wo auch die Grundsteine für DREAM THEATER gelegt wurden. Mit Petrucci & Co. haben die Jungs aber nur geringfügige Überschneidungen – ohne Sänger, mit mehr Fusion und weniger Metal ist der Unterschied dann doch groß. Die Vorbilder für ARCH ECHO sind dann auch eher modernerer Prägung, zwar scheint auch ab und zu RUSH oder STEVE VAI durch, aber hauptsächlich muss man bei „Arch Echo“ and ANIMALS AS LEADERS oder POLYPHIA denken.

Die Scheibe startet jedenfalls beschwingt mit „Earthshine“, wo lässige Melodien auf überbordende Prog-Virtuosität trifft, aber es bleibt durchwegs funky und treibend, ohne allzu sehr auszuarten. „Afterburger“ (he! he!) ist eher metal-lastig, mit sogar so etwas wie einem Breakdown am Ende. Bei „Hip Dipper“ darf dann Keyboarder Joey Izzo (wenn man sich die Videos von ARCH ECHO mal anschaut, ist er wohl der Ober-Nerd) mal den Sherinian so richtig raushängen lassen, während „Color Wheel“ wieder entspannt-beschwingter Fusion Rock der obersten Güteklasse ist. Nach „Bloom“, das tiefenentspannt anfängt und einige Anläufe braucht, um doch noch in Rock auszubrechen, lassen die knackigen Riffs und lässigen Spielereien die seligen LIQUID TENSION EXPERIMENT wiederaufleben. Der Doppelschlag „My Head Sometimes” / „My Heart Sometimes“ ist dann leicht schizophren, mit der Metal-Lastigkeit von „Head“ gegenüber der Fusion-Lastigkeit von „Heart“ (soll uns das jetzt etwas sagen?).


„Arch Echo“ funktioniert insgesamt über weite Strecken hervorragend, besonders wenn der Metal-Anteil (der etwas lieblos daherkommt) recht gering ist. Dass nicht über die ganze Scheibe das hohe Niveau gehalten werden kann, ist bei dem Alter der Jungs (Anfang 20! Andere Leute haben bis zu dem Alter gerade mal „Smoke On The Water“ drauf…) entschuldbar.
 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (21.11.2017)

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